Mit der neuen IONIX-Serie wirft Lexicon drei Audio Interfaces auf den Markt, die nicht nur gut aussehen, sondern auch einiges bewegen werden. Wir haben das mittlere Modell, das U42S, unter die Lupe genommen.

Mit der neuen IONIX-Serie wirft Lexicon drei Audio Interfaces auf den Markt, die nicht nur gut aussehen, sondern auch einiges bewegen werden. Wir haben das mittlere Modell, das U42S, unter die Lupe genommen.

von Thaddeus Herrmann aus De:Bug 135

Der Markt der Audio Interfaces wird immer unübersichtlicher. Früher war es einfach. Die Pros griffen zu PCI- oder Firewire-Lösungen, die Consumer zu USB-Geräten für ihre Heimstudios. Das ist lange her, Firewire ist auf dem Rückzug und überhaupt wird auch gute bis hervorragende Qualität immer preiswerter. Lexicon, Hersteller legendärer Studio-Hardware, will sich mit den neuen IONIX-Interfaces im preislichen Mittelfeld platzieren. Zwischen zwei, vier und acht Eingängen kann man bei den neuen Geräten wählen, preislich liegt man dabei zwischen knapp 300 und 590 Euro. Kein Pappenstil, aber jeder, der sich einmal Plastik-Stereo ins Studio gestellt hat, wird diesen Fehler nicht ein zweites Mal machen, ein wenig Weitsicht, gute Boxen und eine gute Audioengine im Rechner vorausgesetzt. Aber das ist eine andere Geschichte. Ein Firewire-Interface ist übrigens auch neu im Angebot bei Lexicon, sogar mit integriertem Processing.
Wir haben das mittlere Modell der USB-Geräte, das U42S, einige Wochen lang getestet. Für 380 Euro bekommt man neben dem stylischen Package (dazu gleich mehr) vier Eingänge (ausgelegt als XLR/Klinke-Kombis, zu zwei Stereo-Pärchen zusammenzufassen), zwei Klinken-Ausgänge (balanced), S/PDIF, MIDI-In/Out, zwei separate Kopfhörer-Ausgänge und zwei zusätzliche hi-Z-Instrumenten-Inputs. Das U42S wird per USB an den Rechner angeschlossen und braucht gleichzeitig ein Netzteil. Treiber-seitig werden Mac und Windows unterstützt, wobei für den Mac unbedingt ein Intel-Rechner benötigt wird. Der Treiber lässt sich zwar auch auf PowerMacs installieren, dann dient das IONIX allerdings nur für den Workshop “Was ist eigentlich Latenz?”.

Das extrem gut aussehende U42S ist, genau wie sein großer und kleiner Bruder, für den Desktop-Betrieb gedacht und schiebt sich in seinem angeschrägten Design perfekt unter ein Apple Cinema Display, aber auch vor andere Monitore. Alle Controls sind dann immer problemlos zu erreichen: Lautstärke der Kopfhörer, Eingangs-Pegel der vier Kanäle, das riesige Output-Rad sowie der Monitormix. Lediglich die Phantomspeisung (eine für je ein Stereo-Pärchen) muss an der Rückseite dazugeschaltet werden. Für jeden Eingangskanal und für das Stereo-Out gibt es diskrete LED-Meter, die im Betrieb warm und grün anfangen zu zucken. Die tatsächliche Umsetzung von Pegel in LED-Ausschlag schien nicht ganz exakt zu sein, für den regulären Betrieb war es aber nicht von Belang. Die Verarbeitung ist absolut vorbildlich, die Knöpfe wackeln keinen Millimeter, sind ergonomisch perfekt angeordnet und dürften auch jedem noch so rabiaten Reißen problemlos standhalten.

Sound
Das IONIX U42S arbeitet in 24Bit bei einer Sample-Rate von bis zu 96kHz. Der Klang des Interfaces ist warm und rund und kann wirklich in jeder Hinsicht überzeugen. Klar in den Höhen, packend im Bass, ausgeglichen in den Mitten. Bei meinen RME-Multiface-Ohren fühlte ich mich bei Lexicon sofort richtig und gut aufgehoben. Und wer noch highendigere Wandler gewohnt ist, wird zugeben müssen, dass man hier für nicht mal 400 Euro in einem unfassbar hochwertigen Klangregen sitzt. Ebenso überzeugend ist die Qualität der Vorverstärker, die sich Lexicon hausintern bei dbx besorgt hat. Einfach rundum gelungen. Das IONIX U42S bewältigt trotz USB die Aufnahme auf allen vier Kanälen gleichzeitig geradezu heldenhaft, eine Latenz im DAW-Einsatz ist nicht zu spüren. Allen, die auf der Suche nach einem neuen Audio Interface mit guten Wandlern, hohem Bedienkomfort bei einem akzeptablen Preis sind, sei das U42S wärmstens ans Herz gelegt. Zumal Lexicon auch noch Cubase LE, das hervorragende Hall-PlugIn “Pantheon II” (VST & AU) und eine Lite-Version von Toontracks “EZDrummer” mit in den Ring schmeißt: Da kann man fast nicht mehr nein sagen. Tiptop.

Preis: 425 Euro

Lexicon

One Response

  1. tomi

    kleiner dämpfer gegen die überschwenglichkeit

    ich hatte vor kurzem das kleinste der 3 geschwister für 2 wochen.
    und es gibt auch tatsächlich viel gutes zu sagen über diese geräte.
    ABER einige der eigenschaften des de:bug berichts kommen mir da nicht glaubwürdig vor:

    1.
    der klang der wandler ausgänge ist zwar wirklich sehr angenehm, die vorverstärker waren (zumindest bei meinem gerät) aber absolut unbrauchbar. und das ist tatsächlich kein bischen übertrieben. wer ein ohnehin schon lautes signal mag damit klarkommen. einen sprecher aufzunehmen oder eine e-gitarre damit verstärken zu wollen (zb. via git.-rig) kann man nur gut finden wenn man musikalisch aus richtung “noise” kommt oder nostalgisch ist und mit rft-technik aufgewachsen ist.

    2.
    dem thema verarbeitung stimme ich grundsätzlich zu.
    man darf allerdings sich nicht vom silber mac-look täuschen lassen. auch wenn sich das gerät massiv anfässt, der grosse level-regler saß nicht zentriert und eierte deshalb ein bischen. die haptik fühlt sich eher wie plastik an. (der schwarze teil ist auch mattes plastik)

    3.
    “das hervorragende Hall-PlugIn ‘Pantheon II’ ??
    <<- das ist wirklich das erste mal, von der lexicon-website einmal abgesehen, das dieses plug-in so übertrieben gelobt wird. und das gibt mir zu denken…
    persönlich denk ich mehr als ein "brot und butter -hall" is das auch nicht. zumindest aber auch kein kaufargument.

    4.
    die anordnung des netzsteckers war immer im weg (warum eigentlich winkelstecker?).
    direkt neben einer der audiobuchsen liess es sich praktisch nicht vermeiden strom und ton zusammen zu "wursteln".

    DENNOCH:
    ich hätte das gerät trotz der mängel behalten. die sehr lauten störgeräusche ab ca. 60-70% vorverstärkung liessen mir aber keine wahl.
    auch der versuch mit diversen anderen kabeln und stand-alone (das geht!) half hier kein bischen.

    die treiber unter osx 10.5 sind aber in der tat stabil und großartig.
    vor dem kauf bleibt also nur ein gründliches SELBER ausprobieren!