Nach Jahren kommt nun die aufgebohrte M-Tron Version

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Das M-Tron ist mit seinem Sound berühmt geworden. Seit Jahren schon als PlugIn verfügbar, hat GForce nun endlich nachgelegt und mit der Pro-Version viel Neues integriert.

von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 130

Übersicht
Das neue M-Tron Pro geht einen Schritt weg vom spartanisch-originalgetreuen Parametersatz des Originals. Gab es in der “alten” Version immer nur einen Sound gleichzeitig, der auch nicht mehr Parameter als das Original bot, kommt das M-Tron Pro mit der Möglichkeit, zwei Tapebanks gleichzeitig in Layern zu verwenden und/oder sie in einem Keyboard-Split zu nutzen. Ebenfalls neu ist der deutlich erweiterte Parametersatz, mit dem sich die Sounds bearbeiten lassen. Das M-Tron Pro läuft wahlweise als Standalone oder in den PlugIn-Formaten VST, RTAS und AU.

Neue Parameter
Klangformung gehörte nicht zu den Tugenden des alten M-Tron und so waren die Sounds zwangsweise mit einem hohen Wiedererkennungswert behaftet, der natürlich oft gewollt, manchmal aber auch einfach penetrant ist. M-Tron Pro kontert jetzt mit ein paar Features, die zwar deutliche, aber auch vergleichsweise sanfte Eingriffe ins Klangbild erlauben. Neben einem synchronisierbaren LFO hat man jetzt auch die Möglichkeit, Tapes auf halber Geschwindigkeit oder rückwärts abzuspielen. Ein einfaches, synchronisierbares Stereodelay und zwei ADSR-Hüllkurven stehen auch zur Verfügung. Davon dient eine dem Filter (wahlweise Hochpass, Tiefpass oder Bandpass mit Cutoff- Frequenz und -Resonanz), die andere dem Verstärker. Schließlich gibt es noch einen zuschaltbaren Ensemble-Effekt, der sich mit 2, 4, 6 oder 8 Stimmen nutzen und verstimmen lässt.
Durch die Möglichkeit der zwei Layer und dem Keyboard-Split in Zusammenhang mit dem erweiterten Parametersatz lassen sich mit dem M-Tron Pro erstmals auch eigene Patches erzeugen und so die ganz eigenen Mellotronsounds schaffen, die man als User-Patches abspeichern kann.

Neue Sounds
Schon das erste M-Tron war mit den drei zusätzlichen optionalen Tapebanks ziemlich komplett ausgestattet, was original Mellotronsounds angeht. M-Tron Pro legt mit 45 weiteren Bänken noch eins drauf, wobei es auch die alten Sounds zusätzlich in einer in den Abbey-Road-Studios neu gemasterten Version gibt. Das scheint mir ein bisschen überflüssig, denn so ein leicht staubiger Charakter steht dem Mellotron eigentlich ganz gut und macht einen Teil seines Charmes aus. Sinnvoll dagegen sind die mit dem Original nicht möglichen Loops, die es erstmals erlauben, Mellotronsounds auch länger zu spielen als die magische Grenze von maximal sieben Sekunden der Originalbänder. Eine Bereicherung sind auch die Artist Patches von Produzenten wie Rick Wakeman, Dave Spiers oder Chris Macleod.

Alles in allem ist das M-Tron Pro eine prima Erweiterung des Originals und für alle Fans der ersten Version fast schon ein Muss: Die neuen Editiermöglichkeiten sind sinnvoll und erlauben es besser, den Sound an eigene Tracks anzupassen. Außerdem gibt es jetzt eine deutlich größere Soundauswahl und man kann selbst Hand anlegen und eigene Patches basteln.

M-Audio

Preis: 139 Euro

Upgrade von M-Tron: 59,- Euro