MFB hat mit der MFB 522 einen weiteren Drumcomputer im ultrahandlichen Format vorgestellt, der im gleichen Gehäuse sitzt wie der MFB 503.

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MFB hat mit der MFB 522 einen weiteren Drumcomputer im ultrahandlichen Format vorgestellt, die im gleichen Gehäuse sitzt wie die MFB 503. Anders als diese ist sie von der Klangerzeugung aber deutlich an einen der großen Drummachine-Klassiker angelehnt, der Roland TR-808.

von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 133

Übersicht
Sage und schreibe 26 Drehregler bevölkern die gerade mal zwei Zigarettenschachteln kleine Oberfläche, was zwar einerseits erfreulich ist, weil man so auf alle klangformenden Parameter direkt Zugriff hat, andererseits aber für Leute mit ein wenig größeren Fingern schon ein Problem darstellt. Insgesamt stehen sieben Instrumente zur Verfügung: Bassdrum, Snare/Rimshot, Clap, Toms/Congas, Cowbell/Claves, Cymbal und HiHat. Die doppelt belegten lassen sich nur alternativ verwenden, Open und Closed HiHat ebenso. Je einen Einzelausgang gibt es für Bassdrum, Snare/Rimshot, Clap und die HiHats, der Rest geht über den Stereoausgang. Ein MIDI-Eingang erlaubt das externe Synchronisieren per MIDI -Clock, die MFB 522 kann aber auch als MIDI-Soundmodul genutzt werden.

Sequenzer
Der Sequenzer kommt mit 72 Speicherplätzen für Patterns (Rhythms genannt), die jeweils ein Fill-In haben und acht für Songs. Das Fill-In kann genauso lang wie das Pattern sein, lässt sich aber nur alternierend einschalten: Entweder werden abwechselnd Pattern und Fill gespielt oder nur das Pattern. Ein Pattern ist maximal 16 Steps lang, kann aber auf jede Stepanzahl von 1-16 Steps eingestellt werden. Die Steps werden mit acht Steptastern bedient, per Shift kommt man auf den zweiten zugewiesenen Step, was umständlicher klingt als es letztlich ist. Drei verschiedene Shuffle-Werte stehen zur Verfügung, die unterschiedlich stark shuffeln und das erstaunlich ähnlich wie bei Acidlabs Miami. Auch einen Accent gibt es, der global auf alle Instrumente wirkt, er kann sowohl negativ als auch positiv wirken: Positiv werden die entsprechenden Steps lauter, negativ leiser. Schließlich ist da noch der einfach gehaltene Song-Modus, mit dem man bis zu 64 Patterns zu einem Song verketten kann.

Sound, Bedienung & Haptik
Der Sound der MFB 522 ist rundherum druckvoll und gut, mit Ausnahme des vielleicht etwas eigenwilligen Rimshots. Auch wenn das Teil schon nach der 808 klingt, ist die Ähnlichkeit lange nicht so groß wie etwa bei Acidlabs Miami. Das macht aber auch nichts, denn so hat die 522 einen eigenen Charakter, der sowohl durchsetzungsfähig ist, als auch viele Qualitäten der 808 mitbringt.
So viel Spaß das Teil auch macht, es ist leider nichts für große Hände, da die Drehregler winzig sind und auch recht nahe beieinander stehen. Hinzu kommt, dass sie zum Teil sehr schwergängig sind, wodurch “mal eben reindrehen” durchaus etwas länger dauern kann. Außerdem sind die Lautstärkeverhältnisse der Instrumente nicht so ausgewogen, so dass ein Master-Volume-Regler auf jeden Fall sinnvoll gewesen wäre. Der einzige große Drehregler dient der Tempoeingabe. Nichtsdestotrotz ist die 522 für alle, die mit feingliedrigen Fingern ausgestattet sind, eine lohnende Investition, denn für den Preis gibt es auf keinen Fall eine annähernd so gute analoge Drummachine mit Sequenzer, die ein wenig 808-Flair mitbringt.

MFB

Preis: 280 Euro

9 Responses

  1. nerk

    die qualität des sounds anhand von youtube-videos beurteilen ist vielleicht nicht so ne gute idee:)

  2. Seb

    da ist schon was dran, aber guten sound hört man aber auch aus qualitativ schlechten videos raus. bei youtube gibts genug beispiele anderer gerätschaften.

  3. pac

    Habe die seit sie rauskam immer dabei, Internet bla von Besserwissern die das Ding noch nicht mal haben gibts überall – aber in der Praxis rockt das Teil ! Der Sound ist absolut solide. Auch geschäftlich ein Riesenerfolg für Fricke. Das einzige richtige Problem ist das es leider wirklich zu klein ist, besonders die 2×8 steps machen das schnelle Programmieren von Patterns schwer. Mehr war aber zu dem Preis nicht machbar. Hier mein video dazu http://www.youtube.com/watch?v=n00Ia2wKdyg

  4. nerk

    hey seb, nee, tut mir leid, guten sound hört man aus qualitativ schlechten videos definitiv nicht raus. und auch bei youtube ist die qualität nicht immer die gleiche, auf jeden fall solltest du dir das teil mal zum vergleich in echt anhören 🙂

  5. Seb

    Zugegeben: getestet und für besser befunden, als das Video vermuten lässt. Trotzdem wird der erste Eindruck auch nach der Testerei bestätigt: Sound überzeugt nicht und (wie schon geschrieben) das Ding ist offensichtlich für Kleinkinderhände gemacht. Ich weiß nicht, was die Größe mit dem Preis zu tun hat, etwas mehr Preis für mehr Größe hätte sicherlich niemandem wehgetan…

  6. Nanolo

    Hab auch schon mit dem Gedanken gespielt mir das teil zu holen weil ich format und sound echt nice finde… hab mich aber dann fuer den dritt iTouch entschieden: it’s a drum machine, it’s a synth, it’s a sampler ;P

  7. Marx

    So eine Kiste rockt vor allem live immer noch fetter als jedes Drumplugin.
    Und die Haptik des Gerätes ist wohl erlernbar,hehe.