Digitaler Drumsynthesizer im Rackformat

dds

Mungo ist eine kleine australische Firma, die sich eigentlich auf die Midifizierung analoger Klassiker spezialisiert hat. Nach dem Mungo Sync erscheint jetzt das zweite “eigene” Produkt, der Drumsynthesizer dDS.

von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 128

Übersicht
Das Äußere des dDS ist vergleichsweise schlicht: In einer HE sind die zwei Klangerzeuger untergebracht, die mit elf Drehreglern editiert werden. Dazu gibt es noch einen Button zum Abspeichern und einen, um die Klangerzeuger zu verlinken. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Anwahl und das Abspeichern der insgesamt 128 Patchspeicher. Sie werden per Program Change angewählt und mit dem Save Button gespeichert. Das ist oft unpraktisch, falls man im Eifer des Gefechts auf den Save Button drückt: Das reicht nämlich nicht.

Klangerzeugung
Klassische Drumsynthesizer sind ja gern und in den meisten Fällen analog, dieser hier aber nicht, was man schon am Namen erkennen kann: dDS steht für Digital Drum Synthesizer. Die Klangerzeugung an sich ist aber durchaus mit der der analogen Geschwister vergleichbar: ein Tone Channel mit Sinus-Oszillator für Bassdrums, Toms und ähnliches, ein Noise Channel für Snares, HiHats und alles was Höhen hat und klingelt. Beide Channels haben je einen Monoklinkenausgang und können bei Bedarf auch gelinkt werden, um Kombisounds wie Snaredrums zu basteln. Alle klangformenden Parameter sind über fest zugewiesene MIDI-Controller und natürlich ihre Drehregler zu erreichen.
Der Tone Channel kommt mit Attack, Pitch, Pitch Envelope Gain, Pitch Envelope Decay, Drive, Amplitude Curve und Amplitude Decay. Der Noise Channel ist etwas weniger üppig ausgestattet: Neben Filter Frequency und Filter Width gibt es noch zweimal Amplitude Decay (einmal für die höhere, einmal für die tiefere Note). Die Parametrisierung ist gelungen und erlaubt schnell erste Erfolgserlebnisse.

Sound
Was der Tone Channel liefert, klingt durch und durch überzeugend: Die Bassdrums kann man in ihrer Wuchtigkeit getrost mit der der X-Base vergleichen, aber auch eine weiche 808-Bassdrum ist drin, Toms, Congas und Plopsounds natürlich auch.Das Gleiche gilt für den Noise Channel, der die gesamte Bandbreite von Snares über Rides, Crashes und HiHats gut abdeckt. Richtig interessant wird es abseits von ausgetretenen Pfaden, denn der dDS ist auch prima für ungewöhnliche Basslines, Noiseterror und eigentümliche, Arcade-artige Soundcluster geeignet.
Für Liebhaber von Drumsynthesizern ist der dDS sicher interessant. Einziges Manko ist das umständliche Speichern per Programmwechsel.

Soundbeispiel

Preis: 379 Euro

Mungo

Deutscher Vertrieb: SchneidersBüro