Neuer Filter von Sherman & Rodec: Clubanlagen in Sicherheit bringen !

Sherman ist seit geraumer Zeit auf Filterbänke abonniert und da das Unternehmen im Kern nur aus dem Filterbank-Erfinder Herman Gillis besteht, der selbst Hand an jedes Gerät legt, und sich die Filterbank nach wie vor gut verkauft, hat er alle Hände voll zu tun.
Für ein wenig Abwechslung und angesichts des explodierenden Markts für DJ-Equipment hat er sich nun in Zusammenarbeit mit der belgischen Firma Rodec, die Teile liefert und die Produktion übernehmen wird, an einen DJ-Filter namens Restyler gemacht. Wir konnten einen Prototypen zum Testen ergattern, der zwar noch nicht die richtigen Potis hat, ansonsten aber schon gut funktionierte.

von Nerk aka Benjamin Weiss aus De:Bug 122

Übersicht
Der Restyler ist ein kompaktes Desktop-Gerät. Sämtliche Drehregler, Buttons, die drei Fader und der Kippschalter sind in wurstfingerfreundlichem Abstand zueinander und sitzen in einem robusten Stahlblechgehäuse. Ausgestattet mit symmetrischen Ein- und Ausgängen in den Formaten Cinch, Klinke und XLR (der XLR-Ausgang wird beim fertigen Produkt eine Option sein) kann man praktisch alles anschließen, was Sound macht, einen Phono-Eingang gibt es aber nicht.
Über einen Kippschalter lässt sich der Filter ein- und ausschalten. Wenn man ihn nach oben schiebt, schnappt er zurück, so daß sich auch Stottereffekte realisieren lassen, nach unten schieben schaltet ihn dauerhaft ein. Der Signalanteil des Filters und des Eingangs wird über einen Dry/Wet-Drehregler gemischt, bei Bedarf kann man das Eingangssignal mit einer “Make Up Gain”-Funktion verstärken und auch per Distortion wie schon bei der Filterbank kräftig verzerren.
Mit drei Fadern werden die drei Filterbänder (Tiefpass, Bandpass und Hochpass) im Signalanteil geregelt, per Button lässt sich die Flankensteilheit jedes Bandes zwischen 12 dB und 24 dB umschalten. Zusätzlich gibt es für jedes Band eine Dynamikfunktion, die das Signal komprimiert oder wie ein Expander wirkt. Interessanterweise kommt der Restyler mit gleich zwei Cutoff- Frequency-Reglern, wovon einer Master und einer Slave ist. Das heißt in diesem Fall, daß der eine Regler bei 24 dB dazu dient, einen Frequenzbereich zu definieren (zum Beispiel die Bassdrum, die HiHats oder die Bassline), der mit dem anderen dann moduliert wird.
Schade eigentlich, dass, obwohl heute fast jeder bessere DJ Mixer auch Midi versteht, der ReStyler nicht damit ausgestattet ist. Allerdings muss man auch sagen, dass der Restyler wegen seines besonderen Konzepts mit Master- und Slave-Frequenz zumindest schon mal keine Synchronisierung braucht, die kann man sich damit nämlich selbst schrauben. Bei dem sehr großzügigen Frequenzbereich von 8 Hz bis 40 kHz kann es einem natürlich schon die Schuhe ausziehen, was aber auch nicht nur reine Datenhuberei ist, sondern einem weiteren Zweck dient: Der Restyler kann nämlich auch frequenzmodulieren.

Klang und Funktionalität
Der Restyler ist ein sehr fett klingender Filter, dem man die Erfahrung aus der Produktion der Filterbank im besten Sinn anhört und ansieht. Eher ungewöhnlich im Konzept, aber mit dem satten Klang Sherman’scher Filterkunst. Den heftigen Dynamikumfang muss man in der Praxis erst mal bändigen, und man braucht kein Prophet zu sein, um vorherzusagen, dass die eine oder andere Clubanlage in Zukunft wohl den Tod durch Restyler sterben wird (wie wohl auch schon etliche zuvor an den Sherman’schen Filterbänken). Das sollte aber niemanden vom Gebrauch des Restylers abhalten, denn er vereinigt ein frisches, sinnvolles Konzept mit guter Bedienbarkeit und exzellentem Klang, der durch seine Dynamikfunktionen sehr funky sein kann. Auch das Studio ist ein prima Einsatzort, ich könnte mir sogar vorstellen, dass der deutlich zugänglichere Restyler seiner großen Schwester Filterbank Konkurrenz macht. Neben heftigem Rumfiltern lässt er sich aber auch sehr subtil, zum Beispiel im Masteringbereich, zum Komprimieren und Entzerren einsetzen; der angestrebte Preis von ca. 500 Euro ist ein weiteres Kaufargument.

Preis: ca. 500 Euro

Sherman

SchneidersBuero (deutscher Vertrieb)

3 Responses

  1. elias

    wie bei den anderen sherman produkten gilt:

    in jedem fall nen limiter an den start bringen!

    sonst wars das mit den teuren monitoren im studio!

  2. Onkel Kurt

    Ich hab den Restyler jetzt im Laden getestet und es ist unglaublich, was das Teil macht. Du kannst Dir aus ner Musik ne Hihat ziehen und damit den Filter fahren – Obergeil für Beats und Cuts und überhaupt.