Der Tube-Tech CL 1B ist eine Kompressor-Legende und seit mittlerweile 20 Jahren vielerorts im Einsatz. Kommt die Software-Emulationen von Softube an das Original ran?

Der Tube-Tech CL 1B ist eine Kompressor-Legende und ist seit mittlerweile 20 Jahren vielerorts im Einsatz. Kommt die Software-Emulationen von Softube an das Original ran? Immerhin hat der Chef und Entwickler von Tube-Tech/Lydkraft, John G. Petersen, der Emulation seinen Segen gegeben.

von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 138

Übersicht
Die Oberfläche des PlugIns ist eine fotorealistische Nachbildung des Hardware-Originals, ergo mit den gleichen acht Drehreglern und einem VU-Meter bestückt. Das Original kann eigentlich nur mono, bei der Software ist natürlich alles stereo wenn man will: Hier werden einfach zwei Monoinstanzen verlinkt. Mit Gain lässt sich eine Verstärkung bis zu 30 dB einstellen, die Ratio schafft zwischen 2:1 bis zu 10:1 alles problem- und stufenlos. Threshold bietet wie gewohnt die Einstellung des Schwellenwertes, beim Softube mit einem Regelbereich zwischen +20 dB und -40 dB. Attack und Release können wahlweise frei eingestellt, mit festen Werten versehen werden oder aber in einem kombinierten Modus arbeiten, in dem dann nur der Release frei einstellbar ist. Das VU Meter kann den Eingang, den Ausgang oder den Grad der Kompression anzeigen. Schließlich lässt sich der CL1 B noch mit zwei Sidechain-Kanälen füttern, was in allen AU- und RTAS-Hosts funktioniert, in der VST-Welt allerdings nur bedingt. Cubase zum Beispiel erlaubt zwar bei einigen Fremd-PlugIns und den eigenen Produkten Sidechaining, hier bleibt der CL 1B aber leider außen vor, weil er nicht im VST3-Format vorliegt. Da wäre ein entsprechendes Update von Softube angesagt – mit Live gibt es dagegen kein Problem.

Bedienung und Sound
Viele Kompressor-PlugIns sind fitzelig einzustellen und klingen nur in einem kleinen Wertebereich wirklich gut. Genau hier zeigt der Tube-Tech CL 1B aber seine Stärken: Die Bedienung ist übersichtlich, die Parametrisierung ist gut aufgelöst und lädt zum ausführlichen Experimentieren ein. Dabei klingt der CL 1B auch in Extremeinstellungen satt und macht Lust auf Experimente. Der Sound ist nie völlig neutral, aber immer recht transparent und zerstört den Grundcharakter des Quellenmaterials nicht mit Verwaschungen, weswegen er sich ebenso gut fürs sanfte Einbetten von Einzelspuren wie Vocals und Bass in den Mix als auch für intensiven Einsatz auf Drum-Bussen und dem Master eignet. Dazu kommt noch die sensationelle Genügsamkeit in Sachen Prozessorleistung, so dass man durchaus verschwenderisch mit CL 1B-Instanzen umgehen kann. Nach all dem Lob ist ein Wermutstropfen der Preis, der mit 380 Euro zu Buche schlägt – allerdings gibt es als Entscheidungshilfe ein voll funktionsfähiges Demo für 20 Tage.

Preis: 380 Euro

Softube

2 Responses

  1. Ton

    Ein Kompresser, der fast soviel kostet, wie z.B. Logic Studio… gewagt. Hoffentlich kann er dann wenigstens staubsaugen und abwaschen.

  2. sascha

    das ding geht wahrscheinlich sogar als plugin immer kaputt. ich kann tube tech nicht leiden.