Manglen, Häckseln und den Diktator spielen

Die Mangle-Experten von Sugar Bytes haben nach Artillery und Effectrix ihren neuesten Wurf in Sachen Mangler losgelassen, den Turnado. Warum es durchaus Sinn machen kann, einen weiteren Klangzerstückler an den Start zu bringen? Weiterlesen.

von Benjamin Weiss aus De:Bug 156

Übersicht
Turnado ist ein Multieffekttool, das ganz auf die Bedienung mit einem MIDI-Controller ausgelegt ist: acht in Reihe geschaltete Effektslots können über Drehregler / Fader direkt in ihrer Intensität gesteuert werden. Die Zahl Acht hat sich bei fast allen MIDI-Controllern durchgesetzt, so dass man nicht lange nach dem passenden suchen muss. Die acht Slots lassen sich per Drag & Drop frei mit Effekten aus wiederum acht verschiedenen Bereichen bestücken: Modulationseffekte, Reverbs, Transformationseffekte, Amplifier, Loopeffekte, DJ Tools, Delays und Filter. 
In der Hauptansicht sieht man neben dem Stand des Drehreglers lediglich den Namen des Effekts und das gerade ausgewählte Preset; jeder Effekt kann aber noch in einem weiteren Fenster genauer editiert werden. Turnado ist als Insert-Effekt gedacht, um den Effektanteil mit dem Eingangssignal zu mischen gibt es aber einen Dry/Wet-Regler.

Effekte
Viele der Effekte dürften eingeschworenen Sugar-Bytes-Usern schon von Artillery und Effectrix bekannt vorkommen, es gibt zumindest klanglich etliche Überschneidungen. Die Parameter sind aber durchaus anders und zum Teil auch wesentlich differenzierter editierbar. So besitzen alle Effekte in ihrem Editfenster drei Modulatoreinheiten (zwei LFOs, die auch als Stepsequenzer genutzt werden können und einen Envelope Follower), die wahlweise positiv oder negativ auf die Parameter einwirken und frei oder synchronisiert laufen können. Es lohnt sich durchaus, sich ein wenig Zeit zu nehmen für die Feineinstellung der Effekte, umso mehr Spass macht dann das intuitive Kurbeln an den Knöpfen.
Der einzige Stolperstein besteht anfangs darin, dass einige Effekte (wie zum Beispiel die Looper) Buffer-basiert sind, so dass die Effekte vor ihnen in der Reihe so lange nicht zu hören sind, wie die nachfolgenden noch aktiv sind. Das kann zu ungewollten Kakophonien führen, oder zu plötzlicher Stille, wenn man einen Buffer-Effekt gerade dann aufdreht, wenn auf der entsprechenden Spur gerade kurz kein Signal ist.

Diktator
Den kompletten Effekt-Overkill erzeugt der Dictator: mit ihm lassen sich Verläufe für alle Effekte gleichzeitig regeln, was natürlich auch mit einem Fader oder Drehregler steuerbar ist. Der Dictator-Modus ist die Königsdisziplin des Turnado, braucht aber viel Feintuning wenn man gezielt vorgehen will, auch wenn er sich sehr genau editieren lässt.

Fazit
Mit Turnado haben die Sugar-Bytes ein weiteres Live-Effekt-Plugin am Start, das vor allem für Beats prima geeignet ist. Turnado ist zwar sehr übersichtlich gestaltet, es braucht aber durchaus ein wenig Zeit, wenn man sich ein wirklich massgeschneidertes Effektrack basteln will. Das geht dann aber auch sehr präzise und genau. Vorbildlich verhält sich Turnado in Sachen Stabilität und CPU-Konsum: stürzt nicht ab und ist auch bei intensivem Gebrauch schonend in Bezug auf Rechnerleistung. Alles in allem vor allem im Liveeinsatz ein sehr nützliches Tool das für den direkten und beherzten Eingriff ins beatlastige Klanggeschehen prädestiniert ist. Lohnt sich!

Preis: 139 Euro (bis Weihnachten: 129,- Euro)

Sugar Bytes

4 Responses

  1. putzi

    der preis stimmt leider nich. bis xmas 129€, sonst 139€,

  2. Benjamin Weiss

    @putzi: recht hast du, ist geändert.