Analoges Summieren Teil 2

dmlt_front.jpg

Analoge Kraft in der digitalen Welt, Teil 2. Ist der Sound vom Rechner zu kalt, bringen die analogen Summierer die Wärme zurück. Zum Beispiel: Dangerous Music, die mit ihrem Equipment u.a. Studios wie Sterling Sound (New York) oder Calyx Mastering (Berlin) ausgerüstet haben.

von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 111

Übersicht
Der Dangerous 2Bus LT ist in ein robustes Stahlblechgehäuse von einer Höheneinheit eingebaut. Der Aufbau ist dabei dem des Mixdream XP recht ähnlich, auch hier finden sich insgesamt 16 analoge Eingänge, die mit zwei Sub-D-Kabeln mit angeschlossenem 8-fach-Multicore auf der Rückseite bestückt werden, sowie zwei Master-Outputs, für Monitore und Aufnahme. Auf der Vorderseite lassen sich die 16 Eingangskanäle bei Bedarf immer paarweise mono schalten und die Gesamtlaustärke in einem Bereich von 10 dB mit einem Drehregler einstellen, um mit möglichst viel Pegel zurück in die DAW zu kommen.
Auch eine Kaskadierung mehrerer Einheiten ist über einen XLR-Anschluss auf der Rückseite möglich. Sollte es Probleme beim Anschluss unsymmetrischer Geräte geben, so gibt es im Manual eine genaue Erklärung dafür, wie man Jumper umsetzen kann, um diese zu beheben.

Klang
Der Dangerous 2Bus LT überzeugt durch seinen extrem transparenten, sehr präzisen und druckvollen Sound, der einen mit seinem Detailreichtum fast anspringt. Vor allem Transienten werden sehr klar und präzise abgebildet, dabei bleibt der 2Bus LT stets sehr zurückhaltend, was die Färbung des Signals betrifft und spült nichts unnötig weich. Der Fokus liegt eher auf dem Raumgehalt des Signals, besonders subtile Panningfahrten oder Effekteinsätze gewinnen deutlich, werden sie über den 2Bus LT summiert. Er hat mir mit seinem präsenten Sound noch ein bisschen besser gefallen, als der Mixdream XP (Preis- und Feature-technisch sind die zwei ja sehr nahe beieinander), was natürlich auch Geschmackssache ist. Im Zweifel also auf jeden Fall beide anhören.

Fazit
Der Dangerous 2Bus LT überzeugt mit seiner detaillierten Auflösung des Klangbildes und generell mit seinem Sound. Vorher/Nachher-Vergleiche mit nur gebounceten Files erscheinen beinahe wie andere Mixe, so groß ist der Unterschied in der Tiefenstaffelung, Räumlichkeit und Klarheit des Audiosignals. Alles, was im reinen Bounce etwas verwaschen und undeutlich und wie hinter einem Vorhang auf der anderen Seite des Raumes klingt, ist nach der Bearbeitung mit dem 2Bus LT plötzlich präsent und steht direkt vor einem, wobei sich auch der Raum ebenso plötzlich vergrößert hat. Kurz: der Dangerous 2Bus LT kann aus guten internen DAW Mixes wirklich überragende Analogmixe machen. Lohnt sich!

****
Dangerous Music
Preis: 1400,- Euro

[ratings]

One Response

  1. echolot

    schön das jemand mal endlich das thema analoges summieren in den mund nimmt, bin letztens bald hinten übergekippt, nachdem protools mal nicht intern gebount hat… kann mich halt grad nich so recht entscheiden: mixdream xp / 2bus lt oder den audients sumo… gut sind die alle, aber wer gefällt am besten wenn man nich alle mal im a/b vergleich checken kann?