Modeselektor, John Tejada, Ricardo Villalobos und Junior Boys

Zum Abschluss des Klang Specials aus De:Bug 11 gibts nun noch ein paar Goldene Worte diverser Produzenten zum Thema Klang: Modeselektor, John Tejada, Ricardo Villalobos, Redshape und Junior Boys plaudern über ihren höchstpersönlichen Sound.

John Tejada
I notice for my own work that mixing “in the box” doesn’t quite work as well as mixing through analog gear. I as many people have scaled down my studio and have eliminated the mixing console. I replaced this with a SPL mixdream and SSL bus compressor. For my own work the difference is drastic to my ears and much more pleasant and open with the analog circuitry. I can’t quite understand the loudness wars of todays music. When did people decide “Ok, I want this to sound like it’s on 10 when it’s really on 3, because turning the volume up hurts my hand and makes me tired.” I feel dynamic range has been destroyed and most music would sound so much better if it wasn’t mutilated to this extreme level of loudness.

Jeremy Greenspan (The Junior Boys)
I think more and more, I’m starting to think of myself as a visual person, without any talent for visual arts. I feel more and more inspired by people like Norman McLaren who integrated sound and visuals so succesfully that it is hard to know whether or not they are musicians or filmmakers … or people like Bryan Ferry whose songwriting, for me, always conjers some very precise visual vignette … almost all good art is synaesthetic on some level … so for me talking about the purity of sound seems less exciting.

Modeselektor
Sound ist letztendlich zu vergleichen mit der Qualität von Essen. Jedem Sternekoch schmeckt auch mal ‘ne Currywurst bei Konoppke. So verhält es sich eigentlich auch mit dem Klang von Musik. Es gibt eben gute oder schlechte Currywurstbuden bzw. Sterneköche. Oftmals ist es einfach unglaublich, was man mit einfachsten Mitteln in sachen Sound zaubern kann. In manchen Studios türmen sich die Soundkarten, Kompressoren, Vitalizer, Formanten und Equalizer bis unter die Decke und für andere sind die Miniklinken-Ein- und -Ausgänge an ihren Powerbooks einfach die geilsten kleinen Löcher der Welt!

Redshape
Wer viel mit Software arbeitet, dem empfehle ich grundsätzlich den Einsatz ausschließlich hochwertiger Dynamik-Prozessoren und EQs. Firmen wie Universal Audio, URS oder SSL’s “Duende” liefern hier den Mehrwert, den man in heutigen Produktionen teilweise schmerzlich vermisst. Durch zaghaften Einsatz eines guten EQs in Kombination der seichten Färbung eines Vintage-Kompressors kann eine öde Beat/Clap/Hihat-Midispur plötzlich anstatt nur zu funktionieren “ein paar Dinge klarstellen”. Ein PlugIn kann von Hause aus eben nicht atmen. Software ist größtenteils leider nicht mehr als die Summe ihrer “Einzelzeilen” – checksum. Aber genau an dieser Stelle ist heutzutage mehr (bezahlbar) möglich, als die meisten dem ganzen Hokus Pokus zutrauen. Einfach mal umdenken, nicht den zehnten VST-Synth installieren, sondern ganz klassisch auf Qualität und den eigenen (Kennen-)Lernprozess setzen. Es kauft sich ja auch niemand einen (echten) Voyager, Virus, Jupiter8 und ARP2600 gleichzeitig, nur “um mal eben die Presets zu checken”. Wenn man Sound als Passion und nicht als Mittel zum Zweck begreift, nähert sich das nächste Level von ganz allein. Also lieber mal abenteuerliche Kamm-/Notch-/Bellfilter und “Garantiert fett, ey!”-Kompressoren-Ratschläge überhören und die Sache mit offenen Ohren laufen lassen.

Ricardo Villalobos
Akustische Musik klingt oft viel besser als elektronische. Mikrofone nehmen viel mehr Informationen wahr: den Raum, in dem aufgenommen wurde, das komplexe Frequenzspektrum der Instrumente. In den Sound-Informationen, die ein Mikrofon einfängt, steckt so viel mehr Tiefe. Zum Beispiel in den Aufnahmen von einem Kammerorchester oder einem Jazzquartett. Ein elektronischer Ton steht erst mal ziemlich tot und alleine da. Er hat keine Atmosphäre um sich herum. Ziel von elektronischer Musik sollte es sein, an die klangliche Qualität von akustischer heranzukommen. Wenn man viele verschiedene elektronische Sounds kollagiert, dann kann man etwas kreieren, das in diese Richtung geht. Das Vermischen von elektronischen und akustischen Sounds ist eine ganz gute Brücke dazu. Aber in dieser Hinsicht besteht noch ungeheuer viel Entwicklungspotential.

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