1-Bit Recording für die Hosentasche

rko-mr1-b.jpg1-Bit Recording wurde bereits in den frühen Achtzigern von Dr. Yoshio Yamasaki an der Waseda Universität in Japan erfunden, der sich das Verfahren 1992 patentieren ließ. Seit 1999 wird das 1-Bit-Verfahren als Direct Stream Digital in den bisher noch nicht allzu populären Super-Audio-CDs (SACD) genutzt, die sich aber bisher ebenso wenig wie die Audio-DVD durchsetzen konnten. Um es kurz zu sagen: 1-Bit-Aufnahmen klingen einerseits besser, weil sie eine höhere Samplefrequenz und damit eine höhere Auflösung haben (der SACD-Standard liegt bei 2.8224 MHz, es gibt aber bereits Geräte, die mit der doppelten Samplefrequenz von 5.6448 MHz laufen), andererseits aber auch weil sie keinerlei Filterungen benötigen, deren Rechenfehler sich ungünstig auf den Sound auswirken könnten.von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 1141-Bit Recording1-Bit Recording wurde bereits in den frühen Achtzigern von Dr. Yoshio Yamasaki an der Waseda Universität in Japan erfunden, der sich das Verfahren 1992 patentieren ließ. Seit 1999 wird das 1-Bit-Verfahren als Direct Stream Digital in den bisher noch nicht allzu populären Super-Audio-CDs (SACD) genutzt, die sich aber bisher ebenso wenig wie die Audio-DVD durchsetzen konnten. Um es kurz zu sagen: 1-Bit-Aufnahmen klingen einerseits besser, weil sie eine höhere Samplefrequenz und damit eine höhere Auflösung haben (der SACD-Standard liegt bei 2.8224 MHz, es gibt aber bereits Geräte, die mit der doppelten Samplefrequenz von 5.6448 MHz laufen), andererseits aber auch weil sie keinerlei Filterungen benötigen, deren Rechenfehler sich ungünstig auf den Sound auswirken könnten.AufnehmenNavigiert wird über ein kleines Drehrädchen mit Klickfunktion auf der rechten Geräteseite, die Transportfunktionen liegen auf der Oberseite direkt unter dem recht gut ablesbaren hintergrundbeleuchteten Display. Schnell und intuitiv kann man das Teil bedienen, vorausgesetzt man ist Rechtshänder. Vom Anschalten bis hin zur Aufnahmebereitschaft inklusive Einpegelung braucht man gerademal zwei Klicks, was ziemlich vorbildlich ist. Neben dem Einpegeln per Hand (wahlweise für beide Kanäle synchron oder auch für jeden Kanal separat) kann man auch eine automatische Einpegelung aktivieren, deren Parameter sich anpassen lassen und die sehr zuverlässig Übersteuerungen verhindert.SoundDer Sound des Korg MR-1 dürfte mit Abstand der beste aller hier getesteten Geräte sein, allerdings liegt das nicht nur am verwendeten 1-Bit-Verfahren, denn auch mit direkt aufgenommenen 16 Bit klingt das Teil sehr überzeugend, trotz Miniklinkenanschlüssen. Auch das mitgelieferte Ministereomikrofon ist ziemlich gut.MobilitätMit der Größe eines iPods und seiner Handlichkeit ist der Korg MR-1 prima zu transportieren und besitzt mit 20 Gigabyte Speicherplatz auf der Festplatte auch mehr als ausreichend Platz für Aufnahmen, selbst wenn sie in der höchsten Auflösung gemacht werden. Ein bisschen knapp wird es allerdings mit der gebotenen Aufnahmedauer: bei 1-Bit-Auflösung schafft die integrierte Batterie gerade mal knapp zwei Stunden, was sich bei 24 Bit und 16 Bit auf auch nur etwa 2,5 Stunden verlängert. Leider gibt es bisher noch keine Möglichkeit, ein zusätzliches Akkupack anzuschließen, da könnte Korg auf jeden Fall noch nachbessern oder die integrierte Batterie ein wenig aufbrezeln.ExtrasDa man die 1-Bit-Aufnahmen außer für SACD natürlich nicht direkt verwenden kann, kommt mit dem Korg MR-1 noch ein Konvertierungsprogramm namens AudioGate, für Mac (sogar ab OS 9.04) und PC. AudioGate ist dabei sehr übersichtlich, effizient, schnell und stabil, und obwohl Sampleratekonvertierung in den meisten Programmen hässliche Aliasing-Effekte verursacht (vor allem zwischen 44,1 kHz und 48 kHz), waren diese bei AudioGate angenehm gering (da können sich die Programmierer einiger so genannter “professioneller” DAWs algorithmustechnisch noch ein Scheibchen abschneiden). Interessant war auch der Vergleich einer Aufnahme des gleichen Signals direkt in 24 Bit und einmal über den Umweg über 1 Bit via AudioGate auf 24 Bit konvertiert: Die ehemalige 1-Bit-Aufnahme war deutlich differenzierter und hat mir um einiges besser gefallen.FazitDie Vorteile des Korg MR-1 liegen ganz klar im unerreicht differenzierten 1-Bit-Sound, der das Ohr mit ungekannter Räumlichkeit, Auflösung und Tiefenstaffelung überzeugt. Damit ist das Teil auch das erste erschwingliche 1-Bit-Gerät, was es zusätzlich zu seinen Field-Recording-Möglichkeiten auch zu einem handlichen Archivierungswerkzeug fürs Mastern macht. Praktisch ist die in hektischen Situationen schnelle und intuitive Bedienbarkeit sowie die flotte USB-2.0-Anbindung und der handliche Formfaktor. Zu den wenigen, aber doch vorhandenen Nachteilen gehört die eingebaute Batterie, die man nicht eigenhändig austauschen kann. Insgesamt ist das Korg MR-1 ein durchdachtes Gerät, das auf jeden Fall den besten Sound im Testfeld hat, gut zu bedienen ist und mit dem Masteringrecorder-Mehrwert kommt.Preis: 951,- Euro UvP, ca. 799,- Euro StrassenpreisAufnahmemedium: interne 20 Gigabyte FestplatteAufnahmeformate:1-Bit Formate : DSDIFF, DSF, WSD: 2.8224 MHz @ 1-bitPCM Formate : WAV, BWF: 44.1 kHz @ 16/24-bit, 48 kHz @ 16/24-bit, 88.2 kHz @ 24-bit, 96 kHz @ 24-bit, 176.4 kHz @ 24-bit, 192 kHz @ 24-bit, MP3Stromversorgung/Laufzeit: ca. 2 – 2,5 Std. (interne Batterie)Abmessungen: 64x120x24mm, 200gLieferumfang: Netzteil, USB Mini- auf Normalkabel, Stereomikrofon, Ledertasche, Minimikrostativ, AudiogatesoftwareKorg[ratings]