Mastering Bundle für die UAD-1

Auch wenn man sich gut überlegen sollte, ob man seine Stücke selbst mastert (frisches und anderes Ohr hört oft mehr und objektiver) kann man sein Stück mit dem Mastermind 500 Bundle zumindest sehr gut fürs Mastern vorbereiten. Es besteht aus den PlugIns Precision Multiband, Precision EQ und Precision Limiter.

von Benjamin Weiss aka Nerk

Precision Multiband
Bei Multiband denkt man ja zunächst meist an einen Multiband Kompressor, aber der Precision Multiband kann deutlich mehr. Fünf Bänder stehen bereit, für die separat eingestellt werden kann, ob sie komprimieren, expandieren oder gaten sollen. Diese Fülle an Funktionen in ein und demselben PlugIn mag anfangs verwirren, macht nach (zugegeben längerer) Einarbeitungszeit aber sehr viel Sinn, da sich so auch gröbere Mixschnitzer ausbügeln lassen. Mit der Gate-Funktion lassen sich einzelne Sounds gezielt ausfiltern, was erstaunlich präzise funktioniert. Die mitgelieferten Presets helfen dabei, sich mit den Funktionen vertraut zu machen, auch die grafische Darstellung ist ziemlich genau und gibt einen guten Überblick über das, was gerade geschieht: in der Mitte sieht man pro Band eine farbige Kurve, die mit der Maus geformt und gezogen werden kann und darüber die Linie des daraus resultierenden Frequenzgangs. Rechts daneben gibts noch eine Anzeige für den Grad der Verstärkung / Abschwächung pro Band, so dass die Übersicht immer gewahrt bleibt.Der Precision Multiband ist das vielseitigste Tool des Bundles, mit ihm kann man Deessen, ungewollte Signalanteile komplett ausfiltern, die Dynamik komplett verbiegen oder auch die Frequenzbereiche neu aufteilen. Um einen leichten Vintage-Touch im Sound zu erreichen kann bei Bedarf eine leichte Phasenverschiebung zugeschaltet werden. Der Funktionsumfang macht den Precision Multiband aber auch zum DSP- hungrigsten der drei PlugIns.

Precision EQ
Der Precision Equalizer ist ein Stereo Equalizer mit vier Bändern, von denen zwei für tiefere und zwei für höhere Frequenzen gedacht sind. Wahlweise lässt er sich auch im Dual Mono Betrieb nutzen, wodurch man unterschiedliche Einstellungen für die beiden Kanäle einstellen kann. Zusätzlich zu den vier Bändern gibts noch einen globalen Highpass (von 0 – 100 Hertz) und den A/B Button (um zwei verschiedene Einstellungen schnell vergleichen zu können). Eine grafische Darstellung des Frequenzspektrums fehlt, man muss sich also voll auf die eigenen Ohren verlassen. Der Precision EQ klingt sehr neutral und färbt das Signal nicht, eignet sich daher vor allem dazu, Störfrequenzen rauszufiltern oder unterrepräsentierte sanft anzuheben, er tut also all das, was ein Mastering EQ tun sollte und das auch noch mit relativ geringem DSP-Bedarf.

Precision Limiter
Der Precision Limiter ist als letztes Glied in der Masteringkette gedacht. Wenn alles schon mal gut klingt, kann man mit ihm die Lautheit noch erhöhen. Dafür gibts je einen Input- und Output-Regler, einen für Release (der auf Wunsch auch automatisch arbeiten kann), sowie zwei verschiedene Konturmodi, die je nach Quellmaterial den Limiter noch unauffälliger arbeiten lassen. Das wars auch schon an klangbeeinflussenden Features, zusätzlich gibts noch ein präzises Metering, das nach den Spezifikationen von Bob Katz´ “K-System” arbeitet, das man unter anderem auch bei RME oder den teuren Weiss Masteringprozessoren findet. Viele Limiter lassen die bearbeiteten Stücke zwar laut, aber auch schnell matschig und konturlos klingen, der Precision Limiter ist hier eine löbliche Ausnahme: auch in recht extremen Einstellungen gehen die Transienten nicht kaputt und der Sound ist lauter, ohne dabei angestrengt zu klingen. Sicher gibts den einen oder anderen Limiter, der noch mehr Lautheit rauskitzeln kann, ich habe aber noch keinen gehört, der dabei das Quellenmaterial so behutsam behandelt.

Performance & Sound
Alle drei PlugIns klingen sehr gut und färben das Eingangssignal (ausser man möchte es so) so gut wie nicht. Alles in allem ist das Mastermind 500 Bundle ein prima Masteringtool, das sehr gut klingt und auch (vorausgesetzt man besitzt eine UAD-1) vom Preis her etwas weniger als gleichwertige Hard- oder Software – Konkurrenten kostet. Wie bei allen UAD-1 PlugIns kann man als Kartenbesitzer den vollen Funktionsumfang 14 Tage lang testen.

Preis: 500 $ = ca. 422 Euro
Preis/Leistung: ****
Sound: *****
Systemvorraussetzungen: Mac/PC, UAD-1 Karte

Universal Audio

2 Responses

  1. sascha

    die webseite von denen ist ja recht mager. gibt’s nirgends ne testversion von den plugins?

  2. Sunray

    Du musst doch die UAD-Karte in deinem Mainboard stecken haben. Wenn du keine hast, wie willst du dann die Plug-Ins testen? Und ohne Karte würde dein Rechner sowieso gleich abkacken… Wenn du die Plug-Ins testen möchtest, würde ich dir vorschlagen eine UAD-Flexi Pak-Karte bei Thomann.de zu bestellen. Mit der Karte hättest du dann 14 Tage-Tests für alle Plug-Ins machen und anschließend die Karte wieder zurück schicken können, da 30 Tage Geld-zurück-Garantie bei Thomann.