Der Midicontroller der etwas anderen Art ist eine Knarre – das kann man natürlich pubertär und weltanschaulich bedenklich finden, der Midi Gun Erfinder Christopher Bauder aber entgegnet auf diesen Einwand trocken, dass so eine Handfeuerwaffe vor allem wegen der erprobten Haptik als Controller Sinn macht, was ja auch nicht so ganz falsch ist. Mit diversen Bauteilen, unter anderem von Doepfers Pocket Electronics, einem Gamepad und einer Spielzeugpistole wurde der Prototyp der MidiGun zusammengebastelt.
von Benjamin Weiss

Übersicht
Die MidiGun ist zwar ein Prototyp, sieht aber eigentlich so aus und fühlt sich auch so an, als könnte man sie im Laden kaufen. Zum Vorführen wird sie mit Ableton Live verbunden, Anpassungen an jegliche andere Soft- oder Hardware sind aber problemlos möglich.
Unten in den Magazinschacht kommt das Midikabel rein (gleich daneben praktischerweise der Panic Button) und dann kann man auch schon loslegen: mit dem Abzug Samples triggern, zwei weitere Triggerbuttons gibts am Griff, der in Daumenreichweite liegende X/Y – Joystick (wie man ihn von Gamepads kennt) kann gleich zwei Controller steuern. Direkt über dem Abzug lässt sich der Midikanal wechseln, unter dem Lauf gibts nen Crossfader. Auf der einen Seite des Laufs befinden sich fünf Drehknöpfe mit je einem zugehörigen Switch, auf der anderen ein Modulationsrad mit einem Drehregler und einem weiteren Switch. Dazu kommt noch ein Entfernungssensor (so wie Rolands D-Beam Controller) der sich vorne im Lauf befindet, sowie ein roter Laser als Special Effect. Mit den insgesamt 16 verschiedenen Controllern lässt sich so natürlich eine Menge anfangen, zumal man sie auch noch in wiederum 16 verschiedenen Sets unterschiedlich belegen und umschalten kann. Das mit der Haptik erweist sich tatsächlich als schlagendes Argument, da man sich doch recht schnell daran gewöhnt, relativ intuitiv mit dem sehr handlichen Controller umzugehen, sich dabei im Spiegel zu beobachten kann aber durchaus zu Lachkrämpfen führen.

Auch die Tonleiter im wahrsten Sinne des Wortes hat Christopher Bauder gebaut: aus einer normalen Haushaltsleiter einen Controller gemacht, auf dem man herumklettern kann und dadurch Sounds erzeugt. Ab und zu tritt das Toneladder Team mit bis zu drei Tonleitern auf (wann und wo kann man auf der Webseite sehen), was ein ziemlich lustiges Bild ist, da man sich gelegentlich ziemlich “reinhängt”.

Noch gibts die MidiGun nicht zu kaufen (der Prototyp hat ca. 800 Euro verschlungen), aber mehr und mehr Interessenten melden sich und mittlerweile werden ausdrücklich Partner zur Produktion und Vertrieb einer Serienvariante gesucht.

Bedienung ****

Midigun 1.0
Toneladder

One Response

  1. tranqui

    geil. man stelle sich eine live-performance mit sowas vor, in einer vernebelten halle. rulez! nur der laser könnte auf beschwerden treffen 🙂