Nein, Orchester-Samples braucht man nicht ständig. Jeder erinnert sich nur zu gut an seinen ersten Synthesizer und die wahrscheinlich unerträglichen “Natur-Sounds” aus dem Orchestergraben. Selbst wenn man wollte … jeder vernünftige User gewöhnte es sich schnell ab, an so etwas wie eine Emulation zu glauben. An Piano- und String-Samples scheiden sich noch heute die Geister, aufwendige Multisample-Sammlungen der Wiener Philharmoniker für den Preis eines Kleinwagens hin oder her.
Motu beweist mit dem “Symphonic Instrument”, dass es auch anders geht.
von Thaddeus Herrmann

Mit acht GB werden einem alle Komponenten eines Orchesters zur Verfügung gestellt: Piano, Streicher (Violas, Violinen, Celli, Kontrabass), Holz- und Blechbläser, Gitarren, Harfe, Orgel, Saxophone, Percussion, Vibraphon, Xylophon, Marimbas, Spinett und Chöre. Eine Instanz verfügt bereits über 16 Midi-Kanäle, kann also multitimbral eingesetzt werden. Wie viele Stimmen ausgegeben werden, ist lediglich vom Rechner abhängig: Die von anderen Motu-Produkten bekannte und bewährte UVI-Engine leistet auch im Symphonic Instrument ihren Dienst. Eines sei gleich vorweg gesagt: Die Klangqualität ist durchweg überzeugend. Hier wurde mit sehr viel Liebe und Detail-Versessenheit aufgenommen und gesampelt. Alle Instrumentengruppen sind in spezifische Unterkategorien unterteilt und auch in verschiedenen Kombinationen nutzbar: Pizzicato- und Sustain-Presets gehören bei den Streichern und Hörnern genauso dazu wie helle und dunkle Voreinstellungen beim Piano. Der qualitativ hochwertige Grundsound wird durch eine Vielzahl von Faltungshall-Presets, also gesampelten, tatsächlichen Hallräumen, und einer kleinen Synthesizer-Einheit mit Hüllkurven, Filter und LFO ergänzt. WIl man noch tiefer in den Sound eingreifen, können User, die Motus Soft-Sampler “MachFive” besitzen, die Soundbänke direkt dort laden. Dann also hoch den Taktstock.

Motus Symphonic Instrument macht einen rundum gelungenen Eindruck. Mit Logic 7.1 hat die Version 1.0 noch ein paar Macken, einen Umstand, den ich aber eher Apple als Motu in die Schuhe schieben möchte … man kennt das und wartet stillschweigend auf das Update. Mit 270 Euro nicht gerade billig, muss man sich überlegen, ob man es tatsächlich braucht. Wer allerdings doch immer wieder auf Orchester-Sounds zurückgreifen will oder muss, dem sei diese neue Software wirklich ans Herz gelegt.

Preis: 270 EURO

Für Mac OS X und Windows XP. Formate: AU, VST, RTAS, MAS, DXI
Motu

One Response

  1. FFX

    Bis auf die schöne, ausdrucksvolle Qualität der gebotenen Samples ist diese Software
    super buggy. Von fehlgeschlagener Installation, über das Kopieren in falsche Pfade bis hin zu unerklärlichen Fehlfunktionen oder Verweigerung der Arbeit des Plugins wird einem hier einiges geboten. Der MOTU-”Support” reagiert wenn überhaupt sehr langsam, schickt Standardantworten oder rhetorische Fragen und weigert sich schlicht, zu helfen, da dieser Fehler nicht vorgesehen ist. Der Faltungshall erzeugt bei längeren Reverbzeiten Aussetzer unabhängig von Buffereinstellungen und CPU-Potenzial. Da jegliche andere Software aus diesem Bereich problemlos läuft auf meiner DAW, liegt der Schluss nahe, daß MOTU hier sehr schlampig gearbeitet hat und es noch heute tut.