NIs populärer Softwaresampler geht in die dritte Runde

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von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 118

Kontakt gehört bereits seit geraumer Zeit zu einem der populärsten Sampler-PlugIns überhaupt. Nachdem man sich bei Native Instruments in den letzten Updates vor allem auf neue Features konzentriert hatte, ist die neue Version Kontakt 3 eher der Produktpflege und der Verbesserung der Usability angesichts der Funktionsfülle gewidmet.

Übersicht
Zunächst fällt die neue Library auf, die mit 33 Gigabyte doppelt so groß ist wie die der Vorgängerversion. Sie wurde inhaltlich nicht nur erweitert, sondern auch geändert, wer also auf bestimmte Patches aus der Kontakt-2-Library steht, sollte diese behalten. Neben ein paar Aufstockungen in der schon vorher ziemlich guten Orchesterbibliothek gibt es eine so genannte Worldcollection mit diversen Ethnosounds, den Bandordner und mit “Synths” und “Vintage” jetzt auch eine große Auswahl klassischer Synthesizer und eine kleine, aber feine mit klassischen Drummachines wie Linn Drum und DMX.

Neuer Browser und Suchfunktion
Um das Auffinden von Samples und Patches zu verbessern, hat man bei Native Instruments den Browser umgebaut. Anders als erwartet ist er aber nicht den hauseigenen Spezifikationen entsprechend, will sagen: bietet keinerlei Möglichkeiten, Sounds und Patches mit Tags zu versehen, sondern nur eine einfache Suchfunktion, die ohne Kategorisierungen oder Tags arbeitet und ausschließlich nach Filenamen suchen kann.

Neue Effekte
Die neuen Effekte Skreamer, Rotator, Twang Amplifier und diverse Cabinet Emulations stammen augenscheinlich aus dem hauseigenen Produkt Guitar Rig, was allerdings nicht heißen soll, dass man sie nicht gut gebrauchen könnte: Ein bisschen Gitarrenverzerrung und/oder Rotation hat noch keinem Sample geschadet, außerdem klingen die Effekte gewohnt satt und sind daher eine prima Ergänzung.

Neue Modulationsfeatures und Automapping
Interessant wird es bei den neuen Hüllkurven, die man direkt auf Samples einzeichnen kann: Mit ihnen lassen sich praktisch alle Parameter von Kontakt steuern, bei Bedarf auch per Grid zu einzelnen Slices synchronisiert. Pro Sample lassen sich 16 solcher Hüllkurven anwenden. Außerdem gibt es eine neue Funktion namens Modulation Shaper, mit der sich die internen Modulatoren nochmals verbiegen lassen.
Mit der neuen Automapping-Funktion lassen sich Regeln erstellen, nach denen Einzelsamples gemappt werden, die ohne unterstützes Patchformat daherkommen. Das funktioniert gut, dürfte aber wegen der umfangreichen Unterstützung von Sampleformaten (neu dabei sind jetzt auch Yamaha A3000-A5000 und Vsampler 1 & 2) eher selten benötigt werden.

Bedienung & Performance
War die Version 3.0 teilweise noch sehr buggy und ließ Schlimmstes vermuten, ist das rasch nachgeschobene Update 3.01 schon weitestgehend bugfrei, mal abgesehen von gelegentlichen kleinen Grafikhängern ist funktionstechnisch nichts zu beanstanden. Die Bedienung ist größtenteils stringenter und übersichtlicher geworden, was aber meiner Meinung nach nur sehr bedingt für den neuen Browser und die Suchfunktion gilt, die Native Instruments entsprechend überarbeiten und an die anderen Instrumente anpassen sollte. Die neue Library und die neuen Effekte mit den Modulationsfeatures machen Sinn und ergänzen das sowieso schon sehr umfangreiche Featureset noch mal.

Native Instruments

Preise:
Vollversion: 399 Euro
Update von Kontakt 1 oder 2: 129,- Euro
Crossgrade von Intakt, Kompakt oder Kontakt Player: 249,- Euro

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