Und wieder was Neues von denen, die uns schon so coole Plugs wie PSP 42 & 84 oder den Vintage Warmer beschert haben: PSP Audio Ware aus Polen. Diesmal handelt es sich allerdings um kein Standard Tool, sondern so etwas wie ein modulares Effektgerät.
von Benjamin Weiss aka Nerk

Übersicht
PSP Nitro ist eine Kombination aus vier Modulen, die miteinander verschaltet werden können. Insgesamt stehen 18 verschiedene Algorithmen aus den Bereichen Filter, Waveshaper, Delay, Distortion und Delay bereit. Für jedes Modul sind auf der Oberfläche zwei Drehregler angebracht, denen die Hauptparameter zugeordnet sind, dazu jeweils ein Button für on/off, solo und mono/stereo und schließlich noch ein Levelregler für den Signalanteil des Moduls am Gesamtsound. In der Mitte der Oberfläche ist ein kleiner Bildschirm, auf dem das Editieren vonstatten geht. Hier können die einzelnen Module in einer 4×4 Matrix miteinander verknüpft werden. Pro Modul sind Feedbackschleifen möglich, in die wiederum andere Module integriert werden können. Neben seriellen Schaltungen lassen sich auch parallele oder gemischte Schaltungen realisieren, bei denen jeweils der weitergegebene Signalanteil individuell eingestellt werden kann. Der Signalfluss ist komplett in stereo ausgelegt, so dass zum Beispiel auch den gleichen Filter oder ein Delay links und rechts zeitlich gegeneinander verschiebbar sind. Zur Modulation stehen zwei LFOs bereit, die wahlweise synchronisiert laufen, aber auch in der Phase verschoben werden können. Modulieren kann man zudem mit dem Hüllkurvenfolger oder mit der per Audiosignal triggerbaren ADSR-Hüllkurve.

Performance, Bedienung & Sound
Performanceseitig verhält sich PSP Nitro durchaus anspruchsvoll, was aber durch den sehr durchdefinierten und guten Sound wettgemacht wird. Vor allem die Filter klingen satt und auch in den Höhen gut, ohne Aliasing zu verursachen. Die Bedienung geht nach relativ kurzer Zeit flüssig von der Hand. Beim Interface wurde ein guter Kompromiss zwischen Übersichtlichkeit und Parameterflut realisiert. PSP Nitro ist ein sehr empfehlenswertes Effekt-PlugIn, das neben Standardaufgaben wie Filterverläufen oder Delay auch sehr komplexe, selbst gebastelte Effektorgien ermöglicht. Darüber hinaus ist es selbst für Anfänger gut geeignet, denn beim Rumprobieren und Selbstverschalten lässt sich eine Menge über Effekte und ihre Wirkungsweise lernen. Hierbei erweist sich die gut gemachte Preset-Library als hilfreiches Feature.
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Info & Demodownload: http://www.pspaudioware.com
Systemvorraussetzungen:
Mac: OS X, VST / Audio Unit / RTAS – Host
PC: Windows 98/2000/XP, VST-, DirectX oder RTAS – Host
Preis: 149,- Euro