Drück die bunten Lichter

Ab und zu gönnen sich grosse Konzerne wie Yamaha auch das ein oder andere Prestigeobjekt wie zum Beispiel das Tenori On, das in Zusammenarbeit mit dem Medienkünstler Toshio Iwai entwickelt wurde. Auf einer Matrix mit 16 x 16 LED-Tasten lassen sich Sequenzen eingeben, die dann eine optische (und natürlich akustische) Rückmeldung geben. Hat ein bischen was von “Begegnung der dritten Art”, sieht aber interessant aus. Wann und ob das Gerät jemals in Serie geht, ist unklar.

Tenori On Seite bei Yamaha

9 Responses

  1. obikenobi

    hi,
    habe soeben mein tenori-on erhalten ist ist einfach spitzenmässig und süchtigmachend.check out ebay.de habe meins dort von yak4711 erstanden.

    ciau obi

  2. pac

    in den normalen Musikshops kostet es 890, ebay ist viel zu teuer

  3. fish

    Naja, bevor Ihr alle in den Laden rennt und hinterher um Euer Geld weinen müsst: Ich hatte das Vergügen, ein das Tenori paar Tage ausprobieren zu dürfen, und muss ganz ehrlich sagen, dass es für das, was es bietet, für vielleicht ein Drittel des Preises als nettes Spielzeug eine Daseinsberechtigung hätte. Hier das, was mir aufgefallen ist:

    – was ich wirklich gut finde, ist dass man innerhalb einer Stunde alles über das Instrument lernen kann, ab dann spielt man nur noch

    – man kommt sehr schnell zu interessanten Loops

    – keine dem Preis angemessen gute Verarbeitung, gerade die Tasten fühlen sich schwammig und unpräzuse an

    – das Laden von Samplesets dauert ca. 3 Minuten bei einem Set von 2 MB, das ist heutzutage lächerlich und verbietet Liveperformances mit eigenen Samples

    – die Patterns haben jeweils nur 16 Steps, das ist ebenfalls lächerlich, mir zumindest fallen oft Sequenzen ein, die länger sind

    – die 256 internen Sounds sind sich zu ähnlich, und man kann sie nicht bearbeiten (obwohl das die Klangerzeugung sicherlich hergeben würde)

    – die Andordnung der Modifier-Keys erlaubt es überhaupt nicht, das Tenori im Stehen angenehm zu bedienen, wenn man komplexere Sachen machen will. Wenn es auf einem Tisch liegt, geht es, ist aber auch nicht so toll.

    – einmal aufgezeichnete Songs kann man nicht mehr bearbeiten

    – es gibt nur 3 Speicher für Samplesets

    – die Zuordnung der Sequenztypen zu den 16 Spuren ist fest vorgegeben, was ich dann doch recht oft als Einschränkung empfunden habe

    – die Animationen gingen mir recht schnell auf die Nerven

    – bei Tageslicht sind die 3 verschiedenen Leutstärken der LEDs nicht mehr gut zu unterscheiden

    – alle 3 Stecker sind ohne Zugentlastung unten am Gerät angebracht, d.h. im Sitzen belastet man schon mit dem Kopfhörerstecker die Buchse recht oft, im Stehen verliert man auch mal das Midi-Kabel, was bei einer Perfomance dann echt peinlich ist, u.a. weil das Tenori auch kein All-Notes-Off senden kann

    – es gibt nur eine gemeinsame Soundzuordnung für alle Blocks, d.h. Liveperformance mehrere Stücke hintereinander gibt’s nur mit Unterbrechung durch Nachladen

    – man kann weder interne noch externe Klänge modulieren (es gibt allerdings ganze 16 Sounds, die sich von selbst bewegen)

    – es gibt nur 32 Lautstärkeabstufungen im Volume view, beim gleichzeitigen Ein- und Ausfaden mehrerer Tracks hört man die Stufen ziemlich deutlich.

    Mein Tipp: bevor Ihr das Geld ausgebt, spielt mal ein paar Stunden damit rum. Dann wird eich selbst klar, ob Ihr mit den Einschränkungen leben wollt.

    /fish

  4. audiojunkie

    Ich muss meinem Vorredner widersprechen, was die Aussage zu den Ladezeiten angeht. Ich habe die Angewohnheit, Samples VOR dem Liveset zu laden, in diesem Fall auf alle 3 User-Plätze. Das macht man natürlich nicht während der Live-Session.

    Wozu brauchst du die Unterscheidung der unterschiedlichen Leuchtstärken? Im Club ist das eh kein Thema, weil dunkel…

    Deine Kritik an der Blockumschaltung verstehe ich nicht ganz. Bei mir läuft das jedenfalls flüssig.

    Dass die Animationen dich genervt haben, ist bedauerlich, aber fester Bestandteil des Konzepts.

    Die Bedienbarkeit stellst du ebenfalls in Frage. Dazu kann ich nur sagen: Zeig mir mal ein annähernd bedienbares Gerät, dass im Stehen Spaß macht. Wenn man kurze Finger hat oder so, ist das nachvollziehbar, aber ansonsten…

    Das Steckerproblem kann ich nicht bestätigen. Kann aber sein, dass das noch kommt, wenn die Buchsen “ausleiern”.

    Du lässt einen Punkt gänzlich aus: Den Einsatz aals Midi-Controller an einem externen Synth oder Soundmodul.
    Für live habe ich bis jetzt nichts besseres mit einem echten Lauflichtmodus gesehen.

    Der PReis ist erstmal recht hoch, das stimmt, aber Yamaha musste sich da wohl an den Kosten orientieren. Die sind ja eher heiß drauf, den Massenmarkt zu erreichn, was sich bei Machbarkeit sicher auch auf den Preis nieder geschlagen hätte.

    Gruß

    audio