Daniel Hegenbart, von dem diese erste CD auf Tau und das Label ist, liebt Japan, die traditionelle japanische Musik, die Kunst des Haikus, diverse buddhistische Ideen, Musik und Geräusch. Die zehn Stücke dieser CD drehen sich um Haikus, von japanischen Freunden aufgenommen, und versuchen dieser Form (17-silbiges Gedicht, ein Mythos, selber nachchecken, wir erklären das nicht, nur soviel: das Haiku sagt alles) gerecht zu werden. Was klingt wie eins dieser unsäglich langweiligen Kunstmusikarten, die an Hochschulen tagein tagaus zu Terrabytes produziert werden, ist eine äußerst spannende CD geworden. Stellenweise, denn jeder Track ist sehr eigen, wirkt es wie Reisen durch Städte, die Klänge sind sehr reduziert, klar, eigenwillig und transparent aber dicht, die Stücke reduziert auf das wesentliche einer Stimme und seiner Gegengewichte. Erdungsgeräusche, Ausbrüche von Klangsynthese und aufgenommene neu kontextualisierte Umgebungen. Abgesehen davon, daß diese CD auch noch extrem gut aussieht (handgeschöpfter Karton, Prägedruck, silbriger Maschinenaufkleber) dürfte sie vielleicht das klarste Release in Sachen Klangexperimente mit Stimme sein, das ich seit langem gehört habe, und das nicht nur aufgrund einer unerklärlichen Japansympathie. (zu bekommen über Hegenbart/Hauptstrasse 97/10827 Berlin, und über A-Musik, Gelbe Musik und Raw).

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