“Aufhören, wenn alles gesagt ist.” Das Zitat stammt zwar angeblich von Minutemen, passt aber auch wunderbar zur Musik von Alexandr Vatagin. Der spielt in den Bands Port-Royal und Tupolev, hat aber immer noch Zeit, als “Quarz” oder unter seinem eigenen Namen tolle experimentierfreudige Kammermusik aufzunehmen, die nicht nur alle möglichen klanglichen und genrebedingten Grenzen überwindet, sondern eben auch zeitlich immer äußerst knapp und konzentriert gehalten ist. Dazu hat der Cellist und Laptopmusiker sich mit mehreren Gästen (u.a. Martin Siewert, Patrick Pulsinger und den Tupolev-Kollegen) zusammengetan, um aus unterschiedlichsten klanglichen und musikalischen Elementen ein rundum gelungenes und stimmiges Album zu kreieren. Melancholische Cello-Arrangements treffen da auf Paris-Texas/ Tortoise-Americana, schmatzende Downbeatgrooves und Rückwärtsklaviere stehen gleichberechtigt neben warmen elektromagnetisch knisternden Störgeräusch-Drones, Streicherobertönen und zarten Synthesizerflächen. Gitarren kreischen mal durch Distortion-Pedale und erklingen gleich danach klassisch nylonbesaitet. Und schließlich gibt es auch noch Sounds, bei denen man sich fragt, ob das nun besonders komplizierte, organisch klingende digitale Klänge sind, oder ob nur einfach jemand mit einem Strohalm vorsichtig in ein Glas Wasser pustet. Und das alles passiert in nur gut einer halben Stunde in acht spannenden Tracks. Toll!
http://www.valeot.com
asb

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