Leider, muss man sagen, bleiben die meisten Jazzmusiker heutzutage bei der Gratwanderung zwischen Tradition und Moderne auf der Strecke. Vieles klingt einfach immer noch so, als ob eifrig Jazzhausaufgaben gemacht wurden und dabei bleibt es auch. Es gibt ja auch genug von den alten Meistern zu lernen. Aber, zum Glück, es gibt auch Ausnahmen. Here we go. August Engkilde. Einer der kreativen Jazzer, der nicht nur den Flirt mit stilübergreifenden Sounds und Rhythmen wagt. Er gibt sich dem Neuen hin, und zwar ganz und gar. Die “Police Beat Box” ist das spannendste und phantasievollste Album, das ich seit Ewigkeiten gehört habe. Eine geniale Fusion von Soundschnipseln indischer Gangsterfilme und zwei Live Aufnahmen der Band “Inner Urge”. Inner Urge, das ist ein Projekt von August. Eine renommierte dänische Jazzband, die stark von kubanischen Rhythmen und Klängen beeinflusst ist. Bei dem einen Konzert spielte sogar ein ehemaliger Drummer aus Dizzy Gillespies letzter Band mit. Ein ultimativer Kick. Auf diesem Album nun wurden alle diese Sounds und Klänge nochmal am Computer zerschnippelt und neu gemixt. Bei der Endproduktion hat dann Patrick Pulsinger nochmal ein Ohr darauf geworfen, und, logisch als alter Jazzer, gleich veröffentlicht auf seinem Label Cheap. Police Beat Box, das ist ein Soundtrack ohne Film. Die Bilder entstehen beim Hören von selbst… Endlich mal wieder ein Album aus der Jazz und Elektronik Ecke mit Feeling, Intensität, Humor, Intelligenz und Geschmack. Mehr davon.

manou

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