Autechre kehren zurück, und alles ist so, wie man es ungefähr erwartet hätte und doch wieder überhaupt nicht. Frei von lähmenden Zeitachsen und vorbestimmten Patternlängen, ziehen Sean und Rob mit einem digitalen Zirkel einen großen Kreis, in dem sie in England und die Fans auf der ganzen Welt unweigerlich versinken. Es ist ein angenehmes Versinken, soviel sei verraten, auch wenn einen bald die Irritation bald übermannnt und man sich nur auf diesen Teufelstrip einlassen kann. Es beginnt weit weg, mit knisternden Gamelans, einer sparsamen Plinkerei und viel Nebengeräusch. Der Marker ist gesetzt, Autechre verfeinern auf Confield all das, was sie sich in den letzten Jahren erarbeitet und abgeschaut haben. Dann brechen die Grooves los, mal hektisch, mal behutsam, immer komplett verspukt, immer manisch, praktisch referenzlos, es sei denn, uralte HipHopBreaks werden verhackstückelt und den Beatmonstern zum Frühstück vorgesetzt. Sehr trocken, präzise sowieso, in einem Frequenzspektrum, dass einen nur den Kopf schütteln lässt, schrumpfen Autechre auf Partikelgröße, wechseln konstant zwischen FM- und Granularspinnereien hin und her und entwerfen so ihre Visionen von elektronischer Musik mit Haltbarkeitsdatum jenseits der nächsten Woche. Ein Showcase der Maschinen und ihrer Innereien. Nahtlos anknüpfend an ihre letzten Veröffentlichungen, nur um Welten besser, selten anstrengend, immer spannend, sogar mit Blick zurück auf diese melancholische Deepness, die sie dorthin gebracht hat, wo sie heute stehen und sich eigentlich alles erlauben können. Ja, Confield klingt ungefähr so wie man das hätte erahnen können, ist nur schlicht beeindruckender, wichtiger und beständiger, als ich mir das ausgemalt hatte. Dass das hier besser als alles andere ist, was mittlerweile in der gleichen Schublade lebt, muss ich ja wohl kaum erwähnen. Autechre haben längst die Welten gewechselt, wann wagt ihr den Sprung?
autechre
vi scose poise (realaudio)


thaddi

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