Von putzelig-privatistischem Hinterzimmergezimmere, das man Barbara Morgenstern manchmal nachsagt, keine Spur. Gleich am Anfang öffnet der fantastische Titeltrack das Fenster und lässt die Welt hinein. Allein: Die Welt ist traurig, bedrohlich, düster, vielleicht sogar krank. Die Geigen und die zart ertönenden Mikroinstrumente versuchen mit der Realität fertig zu werden, sie subjektiv verstehbar zu machen. “dr.mr.” und das in Zusammenarbeit mit Robert Lippok entstandene “37 Grad” sind (an-)klagende, zugleich aber sehr konzentrierte Elektronik-Popstücke. Wunderschön streng und verbindlich. Auf der B-Seite dieser handlichen 10-Inch franst der Sound aus (Klaviere und paranoide Wiederholungsstrukturen kommen ins Spiel), wird experimenteller und repetitiver, verliert dabei aber nichts von seinen melancholischen Ober-, Unter- und Saitentönen.

aram

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