Stephen Wilkinson beschreibt seine Alben als Jahreszeiten. Ein neues Album verheißt hier also den Anbruch einer neuen Jahreszeit. Das Originelle ist, dass ich das lese, während der immerwährende fucking Winter heute Morgen anscheinend beschlossen hat, dem Klimawandel- und Erwärmungsgerede Tribut zu zollen, wow, die Sonne scheint, es wird endlich wärmer, sogleich düsen Insekten durch die Gegend, und alle draußen (ja, sogar die Viecher) scheinen zu lächeln. Bibios Album passt in der Tat zum längst überfälligen Frühjahr, die Passage in den Sommer, wenn alles besser werden wird. So hoffen wir. Und zur Not färbt man das Wasser eben grün. Ebenso passend erklingen Wilkinsons Songs am Montagmorgen, auch so eine Tageszeit, die sehr gemischt gefühlt rüber kommt. Doch auch hier und heute: Sonne, Wochenanfang nicht als Bedrohung sondern Versprechen. Bibio nimmt sich dazu schon mal einfach im Garten hockend eine Zwölfsaitige, einen alten Cassettenrekorder, ein Micro und Samples und erschafft verträumt-superschöne Songs. Leicht verwaschene Tränchen zur noch nicht brennenden Sonne. “À Tout à L’heure” hören und wieder an eine Zeit nach all den Krisen glauben. Bibio hilft und wirkt dabei niemals naiv.
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cj

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