Es ist wie in diesem Fall schon großes Tennis, wie das Konzept der radikalen Technoreduktion auf Partituren, Polymetrik, Orchesterperkussion und Instrumente trifft. Brandt Brauer Frick, allein deren Fügung der Nachnamen müsste einem fatalistisch vorkommen, kokettieren mit ihrem hochschultrainiertem Musikverständnis und dem Bild des funkigen Bildungsbürgers mit Schlips. Quasi das weiße Yin im Vergleich zum schwarzen Yang aus Chitroit. Eher Matthew Herbert als Dance Mania. Das tut Realness-Tuern natürlich enorm am Fuß jucken, und Unbehagen macht sich breit. Was denn diese Klassik vom Techno will? Crossoverphobie eben, wurde ja auch viel falsch gemacht. Brandt Brauer Frick scheuen nie das Komplexe, Austarierte und perfekt Ausarrangierte, dennoch ist das Album durchgängig dem Diktat der Viertel-Bassdrum unterworfen und bleibt daher auch physisch. Es ist ein Techno-Album, nur eben anders gespielt und inszeniert. Statt VST eben auch mal ein Cembalo, altes Schlagwerk, Saxofon oder präpariertes Piano. Das flufft und swingt alles enorm sophisticated und fährt trotzdem geradeaus. Brandt Brauer Frick spinnen die Idee des Musikarbeiters als Band fort, gehen von der Schreibmaschine aber lieber zur Schweizer Uhrmacherwerkstatt, und so klingt es auch. Fein detailliert, edel, präzise und von hohem Wertgewinn.
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ji-hun

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