Eine der schönsten Winterplatten der letzten Jahre war das 2010er Debut von Piiptsjilling, das fröstelnde friesische Lyrik mit sanften Drones und Geräuschspuren zum Knistern brachte. “Gau”, aufgenommen im gleichen Studio am gleichnamigen Ort im Südwesten Frieslands, ist eine Gelegenheitsarbeit: Zum Abschluss einer gemeinsamen Tour mit Will Long, a.k.a. Celer, trafen sich die drei männlichen Viertel der Band (die Kleefstra-Brüder an Vocals und Gitarre, sowie Machinefabriek) mit ihm zu einer improvisierten Session, aus der diese Dreiviertelstunde destilliert wurde. So erklärt sich der Name des Projekts, der zuerst wie eine extra finstere Variante des Vierfarbdrucks daherkommt, womit man auch nicht ganz falsch liegt, denn in Jan Kleefstras Texten treffen erneut scharfe Naturbilder auf stumme, zartbittere Melancholie, geben den locker und breit arrangierten Drones aus Gitarren, Tapes, Samples und Effekten Struktur. So locker, dass sich darin auch mal eine Einführung in heiße Quellen auf japanisch verirrt. Schön – aber ob es am mäßigen Fokus liegt oder daran, dass ihre Charaktere einander etwas im Weg stehen: ihren langen Diskografien fügen Machinefabriek und Celer hier nicht den großen Wurf hinzu, den das Projekt verspricht.
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multipara

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