Welcome to the 80ies, Entschuldigung 90ies! Helmut Geier aka DJ Hell, Deutschlands Technogewissen aus München hat sich viel vorgenommen. Seine neue LP vermittelt den Anspruch, vielseitig unterhaltsam sein zu wollen und Grenzen zu sprengen. Techno zum Ende der 90er hin vermag aber auch ein DJ Hell nicht ohne Zurhilfenahme von Cross Over zu durchleben. Vocoderstimme, der ewig bekannte Donna Summer Sequenzerbeat, neu ist daran nichts, nur credible ist es eben durch den Schweiß des DJs und durch die Einbeziehung von verschiedenen Personen an die man Aufgaben delegieren kann. Die Munich Machine wirkt wie das Ergebnis einer dynamischen Gruppenarbeit von Münchnern, die sich auf ihre Clubsituation eingelassen haben, die mit ihr zu arbeiten wissen. An allen Enden wird hier gewerkt und manchmal hat man den Eindruck, DJ Hell versucht in einer Megamix-änlichen Art über sich hinaus wachsen zu wollen. Besonders deutlich wird dies, wenn er wirklich verschiedene Quellen miteinander vermischt. Ein wenig Pop-Appeal liegt ihm am Herzen, aber da liegen Meilensteine zwischen ihm und denjenigen, die ABC schon immer mochten. Von den Stücken seiner LP klingt ein Stück wie eine brasilianische Fußballhymne, ein anderes wie der neue Soundtrack zu ‘Hart aber Herzlich’, ein weiteres wie Algebra Suicide. Geschmacklich vielleicht bedenklich, glücklich sind aber nur die, die unschuldig sind und Hell ist es eben nicht, wie viele, die von Anfang an bei Techno dabei sind. Böse sein kann man ihm nicht, nur bei seinen Electro Remixen von Stücken wie “Suicide Commando” und “Warm Leatherette”, deren ehemals provozierend unterkühlte Zeitlupenästhetik sich konträr zur “3-Chord-Wonder-Ästehtik” des Punk verhielt, diese Remixe mit ihrer neuen Form von Gemütlichkeit, die braucht man nicht zu mögen.

rrr

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