Eigentlich wollten wir uns mit der neuen Pampa irre viel Zeit lassen. So wie man das mit jeder neuen Pampa tun sollte. Aber das Tagesgeschehen zwang uns jetzt doch gehetzt schnell ein paar Worte zu verlieren, als würden die nie wieder zurückkommen, nachdem man diese Platte dann doch gehört hat.

Irgendwie holpert die auch ganz getrieben los, passt also. Der Roman Flügel Remix von “Amygdala” fadet langsam ins Mittendrin seines Sounds. So als hätte ihm irgendwer die Stunde Jam vorher weggeschnitten. Wir verpassen also die Kennenlernphase, die ersten Blicke auf das Material, die langsam immer innigere Beziehung zu den Sounds und landen dann hier: Mittendrin. Sichtlich verliebt in das Hauptthema könnte man denken. Das swingt einfach so besinnungslos zwischen seinen sanften Harmonien, den pulsierenden Sequenzen klassischer Minimalmelancholik und dem klackernden, stoisch erhaben über allem schwebenden Groove, hin und her. Wie die Blume, ne, Biene so von Ast zu Ast hüpft (machen die das? wir sind grad etwas verwirrt, ob der Verzauberung die dieser Track anrichtet), summt sich Roman die weichen Stringteppiche aus dem Hirn. Ein dichter treibend süß-soßiger Teppich, den jemand wie Lawrence sicher als Waffe anlegen könnte. Und dann löst sich das einfach auf, bricht auseinander und verwandelt sich in eine sheffieldsche Samba der ersten Stunde, in der jede Sequenz ihre Verwandlung ist, und selbst die Vokale wieder ihr schönstes Dabadu-Gesäusel in voller Naivität anstimmen dürfen, damit später noch viel Platz für die Glöckchenorgie mit den Vocals des Originals ist. Wir empfehlen jedem Vinyl-DJ zwei davon zu kaufen, dann kann man am abstrakt glücklichen Ende auch wieder vorne voll einsteigen und muss sich nicht darüber beschweren, dass der Track keine 15 Minuten lang ist.

Robags “Bronky Frumu Rehand” (irgendwer widmet sich auf Twitter gerade schon einer ausufernd grundlegenden Analyse der semi-anagrammatischen, halluzinatorisch, onomatopoetischen Qualitäten der Lyrik der wruhmeschen Remix-Titel, deshalb lassen wir das hier, obwohl so verlockend) macht sich erst mal kurz Platz mit dem eintunen des Orchesters und lässt einen dann das ganz große Kino der wruhmeschen Summkunst erleben. Ihr wisst schon. Diese Robag Tracks, die vom ersten Moment an summen, brummen, schummern und was sich sonst noch binnenreimt. Wie Grillen, die man als Geräusch wie eine Zuckerwatte im Mund zergehen lässt, und die dann sofort im ganzen Körper mitgrillen. Apparat hat nie besser gesungen als mit den vielen schillernden Schatten die Robag ihm hier verpasst. Dazu diese trancig hintergründig tragischen Harmonien, das feine Pingpong der kleinen Knuffsounds, man könnte schon glücklich sein… Robag selbst ist das natürlich nie genug. So ab der Mitte geht es an die Dekonstruktion, das typisch Flausige, das Wirre, das ihn einfach nicht loslassen will. Zerpflückte Samples, durch die Gegend gepitchter Wahnsinn, Schlaufen, Kringel, Bässe die einen voller Staunen angähnen, knisternde Albernheiten. Ganz einfach krisp, verkrümelte (wie nennt der Promotext das noch?) “puffiness” vom Feinsten.

So, jetzt aber mal lieber weiter hören. Erhaben erhebende Platte. Auf gute Freunde ist immer Verlass.

2 Responses

  1. De:Bug Musik » Pampa statt Pampe

    […] das wirklich nicht so klingt, als hätte irgendwer die (beinahe vergessen, ja, tolle Tracks, wir machen gleich mal ein Review..) Platte dafür wirklich hören müssen, sondern schlichtweg nur ein Sachbearbeiter die […]

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