Die Neuausgabe des 1979er Debutalbums von Family Fodder (mit zwei Singles und einer EP als Zugabe) führt einmal mehr vor, was für eine musikalisch unvergleichlich spannende, offene Zeit damals in England herrschte. Vielleicht hat es die Band um Multiinstrumentalist Alig Pearce, die all die Jahre im Verborgenen fortexistierte, deshalb nie ins große Rampenlicht geschafft, weil sie vor allem ein durch hunderte Line-Ups morphendes, spielerisches Studioprojekt geblieben ist, obgleich die Musik hier eigentlich wie für die Bühne geschaffen klingt. Als Nachgeborener rätselt man, ob da etwa neben Rip Rig + Panic oder Pigbag kein Platz mehr war. In den dichten, melodischen Arrangements, in denen noch die Siebziger nachhallen, brechen sich immer wieder Experimente Bahn (dass die Synths noch Keyboard heißen, führt in die Irre), ohne dass der kompakte Zusammenhalt als Pop-Band je verloren ginge. Und ihr spritziger Vorwärtsdrang macht Laune. Unter den insgesamt zehn Musikern finden sich a lleine sieben mit Percussion, allen voran Charles Bullen (hier an den Drums, anders als bei This Heat, wo es offensichtlich einfach zu viel Talent auf einem Haufen gab); das Yéyé-Spirit-Residuum von Dominique Levillains mehrsprachigen Vocals (neben einer Hommage an Satie gibts auch eine an Schubert) verleiht dem Band-Sound ewige Jugend, und mit ihrem soliden Dub-Handwerk und dem Timbre Ian Halls können sie sogar schon mal auf halber Strecke zwischen Scientist und The Police landen (“Bass Adds Bass”).
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multipara

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