Trugen die bisherigen Teile der “Final Fantasy”-Reihe die etwas schwülstige Schwere von 70er-Jahre Konzeptalben, so ist “Final Fantasy X-2” hauptsächlich eins: Pop – und das in der japanischen Variante: quietschbunt, albern und durchgeknallt. Hauptdarstellerinnen sind eine Mädchenbande: die aus “Final Fantasy X” bekannten Yuna und Rikku, sowie die neu hinzugekommene Paine. Zusammen sind sie die Gullwings, gemeinsam auf der Jagd nach Spheres – eine Kreuzung aus Videorekorder und Edelsteinen – auf welchen die Vergangenheit des Landes festgehalten wurde. Anstelle eines bedeutungsschwangeren Intros bekommen wir jetzt ein Konzertvideo – mit Vorstellung der Streiterinnen in Schnörkelschrift, verziert mit rosa Herzchen. An die Stelle der dramatisch inszenierten Fabelwesen, die auf Seiten der Guten kämpfen, tritt jetzt der Kleiderschrank: Jedes Kostüm birgt bestimmte Eigenschaften und kann auch gerne im Kampf gewechselt werden. Ebenso frisch und unbefangen das Spielprinzip. Keine rundenbasierten Kämpfe mehr: Gefechte laufen in Echtzeit ab. Das führt ab und an zu einem unübersichtlichen Gewusel auf dem Bildschirm – auch weil die Menüs nicht unbedingt schlank sind – doch bringt es auch einen Schwung ins Spiel, der dem leicht angemufften Prinzip der Reihe gut tut. “Final Fantasy”-Puristen werden sich mit Grausen abwenden, wir anderen dagegen verlieben uns auf der Stelle – aber dann wiederum würden wir ja auch Ulala aus “Space Channel 5” sofort heiraten.

ryd

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