Wie sehr experimentelle elektronische Musik von Heimatkulturen abstrahieren und – im positiven Sinn – globalisieren kann, zeigen Fizzarum. Die Russen Dubov und Linder lernten sich via Internet kennen und gründeten das gemeinsame Projekt Fizzarum. Schließlich kam mit Dmitriy Letakhovsky ein dritter Bruder im Musik-Geiste dazu, und Fizzarum beschlossen, Tonträger zu veröffentlichen. “Monochrome Plural” ist ein feines Debüt, das außer einer gewisssen, eventuell geographisch verankerten Schwermütigkeit (aber wer hat die bitteschön nicht?) nicht mehr lokalisierbar erscheint. Die Tracks klingen für sich. Ein Ding wie “Torsion” schwingt sich in Moll gen Winter. Oder “Ursa-Majoris”: nach anfänglich-deepen Geboller entwickelt sich der Song zu einem seltsamen-unbeschwerten Crawler. Offensichtlich experimentieren die Herren viel am Computer. Sequencing, Sampling, Processing usw. Sie verehren Autechre, lehnen sich ein wenig an diesen an (deren “Chiastic Slide” wird von Fizzarum auch als Long Time Favourite genannt), verbleiben aber trotzdem ein eigenes, neues Etwas. Hier wird nicht getanzt, sondern ausprobiert, geschnippselt, von Track zu Track gearbeitet. Die Stücke auf “Monochrome Plural” torkeln in elektronischen Soundmöglichkeiten umher. Vielleicht war ja doch ein Schlückchen Wodka im Spiel. Hicks und Clicks.

cj

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