Sehr politisch klingt der Titel des neuen Albums von HipHop-Produzent Guts, das er ausschließlich auf Vinyl und CD, aber nicht als Download veröffentlicht, was er als ein Symbol gegen die De-Materialisierung von Musik verstanden wissen will. Leider erweist sich diese durchaus ehrwürdige, aber hoffnungslos rückwärts gewandte, sich lediglich am tollen analogen Zeitalter festklammernde Nostalgie auch auf musikalischer Ebene als eher träge bis langweilig. Die 16 Stücke auf der Platte mit dem tollen Artwork bestehen dabei exklusiv aus, ja natürlich, Schallplatten-Samples und unterscheiden sich aufgrund des doch sehr homogenen Sounds nur durch die jeweils gerade mal überwiegenden Einflüsse aus HipHop, Funk oder Reggae aus den 90er-Jahren. Für die nächste studentische Funk-Party, auf der zappelnde Retortenhippies vergeblich nach einer Jugendbewegungs-Zugehörigkeit lechzen und der DJ doch fast nur James Brown auflegt, ist die Platte sicher eine willkommene Abwechslung… Aber irgendwie schmeckt das Ganze eher nach dem elften Aufguss eines Teebeutels, der bereits beim zweiten Mal schon fade war.
Phire

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guts

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