Zwei weitere Einspielungen zeitgenössischer Musik aus der Hand von Håkon Stene, die genauso viel Spaß machen wie die vier auf dem gleichzeitig erscheinenden Album. In Brian Ferneyhoughs “Bone Alphabet” zimmert sich ein Katakombenflügel ein Modell seiner selbst, nach einem Runen-Bauplan, dessen Entzifferung umso schwieriger wird, je weiter die Konstruktion fortschreitet, weil er auf dem knöchernen Baumaterial selbst eingezeichnet wurde… Sie verstehen? Also, so etwa die Anmutung der Partitur. Und als wär es die Bastard-Dub-Rückseite davon: “Wizard & OS” von Sir Duperman, also Jørgen Træen, und schon (bzw. endlich) sind wir da angekommen, wo sich zeitgenössische Komposition und Noise-Avantgarde treffen, in der Domäne des leider etwas stumm gewordenen +3db-Labels, auf dem Træen mit den Golden Serenades den Zeiger ins Infrarote verbog. Es wird dann nicht so abseitig wie bei Øyvind Skarbø, aber vor dem Filter-Strudel, in dem hier Stenes Selbstklinger langsam versinken, um dann in elektronischen Farben zu sprossen, werden natürlich alle Pläne zu eitlem Menschenwerk und ich zum Fan.
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multipara

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