Was Mr. SS hier auf einer DoppelCD vorführt ist nicht die Wiederauferstehung von Jazz. Eher die Apotheose eines Gimmickjazzverfahrens, das einen bei Drum and Bass schon Jahre verfolgt, und eben nur ab und an, wenn aus dem Sample eine Tiefe der Produktion wird, oder ein Lebensgefühl, den Rahmen des reinen mehr oder minder gut vorgebrachten Zitats einer lauen aber bewundernswert durchhaltenden Szene überschreitet. Bei Jazz & Bass Sessions gelingt dies auf der Doppel CD nur einigen Leuten. Mit einer schlechten Version von “Stormy Weather” anzufangen hat jedenfalls noch niemandem geholfen. Aber man sollte nicht darüber hinwegsehen und einfach sagen alles was Jazz ist ist böse, denn damit verbaut man sich den Blick auf die wirklichen Highlights der CDs, auf ganze Jahrzehnte möglicher Inspiration, und vor allem auf die ernsthafte Auseinandersetzung, die einige Leute mit Jazz immer wieder vorhaben. Die Tracks schuffeln alle ganz OK, wie in Nadelstreifenanzüge gekleidete aufgespeedete Blicke durch die Nacht, und selbst als Versuch einer Implantierung eines neuen Mainstreams von Drum and Bass mag so eine CD noch den Wert haben, daß die Beschäftigung mit Jazz dadurch, und sei es nur durch die Suche nach dem coolen orginellen Sample, gewinnt, was, Jazz is The Teacher, ihr wisst es, nie falsch ist, auch wenn man manchmal daran glauben möchte. Easy aber gepflegt und auch wenn vielen Tracks hier die Ideen schneller ausgehen als der durchschnittlichen Bar (die es irgendwie kaum so gut gibt wie man sie sich vorstellt) die Drinks, ein netter großer Snack für zwischendruch.

bleed

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