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Eine ganz alte Katalognummer füllen Planet Mu mit diesem Album von Jega (ehemals Skam und einer der Artists, für den Planet Mu damals überhaupt gegründet wurde), dem ersten seit neun Jahren. Das Album sollte um 2003 schonmal erscheinen, wurde geleakt, daraufhin zurückgezogen, Jega verschlug es von über New York nach Los Angeles. Jetzt erscheint die Neufassung, verteilt auf zwei CDs, die erste klassischer und sehr freundlicher Mu-IDM, die zweite atonaler und mit Break- und HipHop-Verzwirbelungen auch etwas bissiger. Beim Hören denkt man an alte Mu-Ziq, Luke Vibert, an Gasman, auch an Arovane oder Chocolate Industries oder Squarepusher. Beim ersten Hören langweilt das, zumal sich grade in den Beats so gar nichts Neues tut. Aber in L.A. sind die Latten, die der britische Floordiskurs legt, eben weit weg. Hört man Jega dann nachts, angezogen von der tageszeitbedingt intensivierten Atmosphäre, nochmal genauer zu, fällt einem die musikalische Reifung ins Ohr, die Gemeinplätze und Produktions-Muskelspiele umschifft, die Stücke logisch entwickelt, und ganz auf zeitlos schön setzt, und man vergisst die Jahre dazwischen. Und freut sich darüber.
multipara
http://www.planet-mu.com/

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