Gute-Nacht-Musik ist dann am schönsten, wenn man sie am nächsten Morgen auf einem Plattenteller liegend vorfindet – kein anderes Medium teilt den Einschlafvorgang mit vergleichbarer Präsenz. Nach einem Jahr und mittlerweile neun Bandcamp-only-Releases diesen Sommer meldet sich O’Rourke endlich auf “Old News” zurück: Für diese vier “Four Endings” benannten, allesamt neuen Stücke ist Vinyl einfach wie geschaffen. Die verwaschen schimmernden Ambient-Kompositionen, desorientierend driftend und mit langen, sanften Ausklängen versehen, sind Meisterwerke der Verführung (und vielleicht der Konsens-Hit der Serie). Nach einem kurzen, noch relativ konkreten Intro im ersten Stück, in dem sogar die letzten Töne einer Band aufleuchten, verflüssigen sich Mal um Mal verunschärfte Fieldrecordings – Möwen am Strand, Kinder beim Sporttraining, vielleicht auch Straßen- oder Gartenszenen, Wind und Wetter, man kann es kaum wirklich ausmachen – in Drones, die irisieren, rascheln, fl ackern, schwingen, flirren, die wie Windspiele klimpern und sirren, um in friedlichen Wellenbewegungen auszurollen, die dabei die Aufmerksamkeit und das Zeitgefühl vexieren und ganz wunderbar beruhigen.
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