War das um Bram Bosteels gescharte belgische Kollektiv Kaboom Karavan auf ihrem 2007er Album “Shorts Walk With Olaf” für das mexikanische Label Umor Rex noch ansatzweise an Songstrukturen interessiert, so wagen sie sich in den zehn Stücken ihres Zweitligs “Barra Barra” leichtfüßiger in frei improvisierte, jazzige Felder. Durch Bosteels’ außerordentlich spannend inszeniertes Arrangement und seinen bewundernswerten Sinn für zeitgenössisches Editing verliert das verwendete musikalische Ausgangsmaterial seine ursprüngliche Farbe und formt sich, die gängigen Begriffe Post-Rock, Post-Folk hinter sich lassend, zu morbide verschlungenen Sound- und Klangskulpturen deren Verortung eher in der Sphäre zwischen performativer und freier Kunst zu suchen wäre. Nicht umsonst verweist das Kollektiv auf die reiche belgische Kunstgeschichte zu deren Blütezeit des Symbolismus und Surrealismus Brüssel als europäische Metropole herrschte. Von Fernand Knopf über René Magritte zum belgischen Grossmeister des zeitgenössischen Theaters und Tanzes Jan Fabre; ein wunderbar mystisch verklärtes Inspirationskästchen aus dem man sich hier bedient, von Attitüden und esoterische Effekthaschereien frei. “Parked in a very small town in a rather small country”, so beschreiben sich Kaboom Karavan auf ihrer Myspace-Seite – ist nicht eher die Größe der Lichtquelle unwichtig, vielmehr der Schatten den sie wirft?
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raabenstein

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