Auf mehrere Reisen nimmt uns Laurent Jeanneau hier mit: Durch die südchinesischen Provinzen Yunnan (wo er zuhause ist) und Guizhou und den Norden von Laos und Vietnam sowie durch klangliche Qualitäten der menschlichen Stimme, die im Verlauf der sechs Stücke zunehmend abstrakt wird, eins wird mit Instrumentalklang. Seit den späten Neunzigern erforscht und dokumentiert Jeanneau Musiktraditionen bedrohter Völker, u.a. für Sublime Frequencies aus Seattle als auch auf über hundert Releases seines eigenen Labels Kink Gong. Für Discrepant hat er eine Auswahl seiner Aufnahmen bearbeitet und mit rollender Saiten- und gamelanartiger Instrumentierung zu behutsamen elektronischen Collagen kombiniert, die aus vokaler Vielfalt eine ganze Reihe faszinierender musikalisch-akustischer Effekte schöpfen und dabei kaum je die Verortung im Dschungeldorfleben verlieren – erst am Ende, wo wir uns im Orchestergraben Neuer Musik wiederzufinden glauben. Einzigartig.
http://www.discrepant.net
multipara

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