Wie sich das so voller Emphase dahinschleppt. Mark E war schon immer eher auf Downtempo eingespielt. Aber hier sind die Reste von House erst mal weit weit weg. Das suhlt sich im breiten Synthteppich wie eine Hochlandkuh im allerletzten saftigen Farn. Die Beats klickern mehr als zu kicken, die Basslines sliden rum, als wäre es noch unsicheres Terrain, das man erst mal auf seine Standfestigkeit testen müsste, bis man wirklich genau weiß, wo die Euphorie am besten herauszukitzeln ist. Und das kann Mark E. Immer. Hat der da eben auf “Kultra Kafe”, dem ersten Track, einfach so ein paar BPM langsamer gedreht, als wär’s das normalste der Welt und als wäre das der notwendige Dreh so richtig in den Sound zu finden, nur ein klein wenig langsamer noch? Man stellt sich das alles so vor, nicht nur weil der Track von Caféhaus-Szenerien umrandet ist: trister neblig, regnerischer Tag, irgendwas entschieden Grüngraues da draußen drückt auf die Stimmung, aber irgendwie ist man doch schon zu Hause angekommen in diesem elegischen Zwischenraum in dem man einfach nur Wärme aufsaugt. “Persia” marschiert dann wie eine trunken gefakte Tubaband durch die Gassen und wackelt durch die Marsch mit einer inneren Energie, die aus einem haltlosen Zusammen entsteht. Was wir schon jetzt gelernt haben, Mark E schafft es ohne Probleme seine Grooves aus Sounds zu zimmern, die irre bekannt wirken, aber doch völlig abseitig sind und dabei ohne jedes Rumgefrickel eine Stimmung entstehen zu lassen, die einen in eine gespentisch nahe, aber doch absurd ungreifbare Welt transportiert. Man vergisst darüber alles. Und gerne, auch wenn man sich sonst lieber dagegen sträubt und doch alles behalten und bewahren möchte. Die Reißleine an der man sich hier festhält, sind ein paar Basslines, ein paar Synthsounds, aber sonst funkt dieses Album auf einer einsamen Wiese unterschätzter Genies, die gerade erst wirklich zu sich selbst gefunden haben. Die erste Stimme auf dem Album ist nicht von einem Rotzen kaum zu unterscheiden und doch ist das alles eher ein Schlendern in Schönheit. Musik zu der wir empfehlen würden, sie auf einsamer taunasser Weide mit der Kuh deines Vertrauens zu hören. Und keine Angst, irgendwann holt er doch noch mal die Slowmo-Discokugel raus.

Tracklisting:
1 Kultra Kafe
2 Persia
3 Smoke
4 Being Hiding
5 Bog Dance
6 Myth of Tomorrow
7 Eganix
8 Image Monitor Learn
9 Leaving Osaka

Releasedate: 28.April 2014

Leave a Reply

Your email address will not be published.