Dass da noch niemand drauf gekommen ist! “Viper” öffnet einem gleich nach dem Intro mit Spaceape die Augen, räumt die Bühne für eine komprimierte Neudefinition von Martyn. Und zeigt zunächst das Geschichtsverständnis des Niederländers. Eine Hommage an Front 242s “Headhunter”, mit dieser sägenden Melodie, perfekt auseinandergenommen und neu kontextualisiert in flirrenden Bleeps mit Portamento als Kapitän. Unfassbar. Genau wie der Rest. Perfekte Straightness, weniger Ausflüge nach links und rechts, immer darauf bedacht, die nächste Ampel noch zu erwischen. Dancefloors ohne grüne Welle sind auch nicht die richtige Lösung. Und dabei gelingt Martyn die Fokussierung seines einzigartigen Sounds hin auf ein perfektes Ziel. Hier verschmilzt, was immer wieder gerne zusammen gedacht wurde, aber bislang nie wirklich so gut ineinander passte. Post-Everything, raus aus der zickigen Verweigerungshaltung von Jungspunden, die außer grün hinter den Ohren wenig waren und sind. Kalkuliert bis in den letzten Takt, klar, aber genau diese Einladung ging in letzter Zeit zu oft verloren. Wenn alle auf der gleichen Frequenz swingen, geht die Sonne später auf. Und das sollte in unser aller Interesse sein.
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thaddi

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