Man fragt sich, was die Musik der beiden Italiener Maurizio Martusciello und Filippo Paolini, die unter dem Namen Metaxu firmieren, von einem will. Zunächst mal möchte sie unsere Aufmerksamkeit, was ja schon mal etwas ist. Darüber hinaus versucht sie auf selbstzentrierte Art etwas mitzuteilen. Das gelingt ihr sehr bildhaft und die Tracks vermitteln einem das Gefühl, Zeuge eines Anblicks zu sein, den ein erst kürzlich vergangenes Ereignis hinterlassen hat. Aus einer solch reflektierenden Passivität heraus lassen sich tatsächlich trefflich Bilder zerstörter Landschaften und Leiber vorstellen, die mit den Kriegsschauplätzen der die Stücke betitelnden Städte korrespondieren. Manchen mag das mit Sarajevo 1914 betitelte Stück eher an Slomo-Aufnahmen vom Zusammenbruch der Twintowers 2001 erinnern und Warschau 1939 mehr an Hiroshima 1945. Sei’s drum. Bei einer solchen Thematik ist Pathos eine feste Größe, und folgerichtig schimmert es streckenweise leicht und purpurn durch: Melancholie und Schwere sind nun einmal die vorherrschenden Parameter des Kriegs, und diese Musik schafft es, nicht darin zu versinken, sondern ihnen auf eigene Art zu nachzuspüren.
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