Seit zwanzig Jahren bereist der britische Blues/Folk- und Free-Music-Pionier Mike Cooper, inzwischen siebzigjährig, die Südsee. Seine musikalische Verarbeitung dieser Erfahrungen markierte mit “Rayon Hula” vor neun Jahren einen Höhepunkt, inzwischen hat sie auf Room40 eine Heimat gefunden, wo er mit “White Shadows in the South Sea” fortsetzt. Weiß man, dass er sich auch mit der Geschichte der Kolonisierung Polynesiens beschäftigt, geht man natürlich im neuen Werk auf die Suche nach den “weißen Schatten”. Und so huschen zwar durchs nächtliche, geschäftige Dickicht aus Fieldrecordings (Insekten, exotische Vögel, Wasserplätschern) und freien, gegenläufigen Looptexturen hin und wieder spukige Tiki-Anklänge, Drums und Mallets klickern im Cocktailglas, und manchmal hört man Flugzeuge weit über der schläfrigen Hitze. Hauptfigur ist jedoch immer wieder Coopers (Slide-)Guitar, in der Blues und Hawaii unauflösbar verschmelzen, einsam und frei am Strand und auf der Veranda: er selbst ist der Schatten, der alle Farben in sich vereinigt.
http://www.room40.org
multipara

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