Wie von Planet Mu bestellt, natürlich, kommt dieses Synth-Pop-Album reinsten Wassers. Dabei haben die beiden seit Ewigkeiten an diesem Debut gebastelt. Dan O’Sullivan, in mindestens einem Dutzend Art-Rock-Bands unterwegs, traf 2006 auf Zombi-Hälfte Steve Moore, als jene mit seiner Band Guapo tourten. Als Keyboarder entwickelten sie Miracle, der Soundtrack zu Joel Schumachers “The Lost Boys” soll den Anstoß gegeben haben, schon seit 2010. Getragen von weich pulsierenden Strobo-Arpeggien (Italien grüßt) gleiten jetzt O’Sullivans Vocals durch hymnische Balladen, der junge Dave Gahan guckt über die Schulterpolster. Überhaupt: Ultravox, ABC, im Titelstück dann 808-State, in “Wild Nights” wird es nochmal krautig… man kennt das ja alles, und wundert sich nur, wie schön und natürlich sie das für sich bündeln. Kein Ausstellen von Studiovirtuosen- oder Kennertum, es geht immer ums Gefühl, und ihre Treffsicherheit dabei macht sie von Stück zu Stück sympathischer. Eine Unscheinbarkeit, die rein wirkt, kein Versuch, irgendwas besonders clever zu machen, schon gar nicht die Beats. Die erhabenen, universalen Dimensionen gehen im abschließenden, strömenden Mantra von “Organon” dann mit ihnen durch: sei’s drum. Bis dahin gibt es genau die Melodien, zu denen man sich damals verliebt hat, und man erinnert sich, warum.
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multipara

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