Mit der Aufgabe, sich hinter dieser Stimme einen jungen Mann vorzustellen, hat das Ohr im Verlauf seines (regulären) Debut-Albums gut zu tun. Nun haben sich Noble schon früher unerschrocken gegenüber Pop mit irritierenden Vokalstilen gezeigt (Hashimoto’s “Euphoriam”), und eine Faszination für androgyne Effekte zieht sich ohnehin durch die japanische Kultur. Leider ist Doi aber kein Chet Baker. In seinem akustischen Märchenbuch, das in transparenter, farbiger und ideenreicher Instrumentierung souverän und entspannt durch die Geschichte einer Nacht führen könnte, sägt sein in dünne Höhenluft gerücktes Organ an den Nerven. Nicht geringen Anteil daran hat ein Zuviel an zerbrechlicher Gefühligkeit in Verbindung mit mangelhafter Technik: In Japan gern als Charme des unverstellt Persönlichen decodiert, hier einfach tödlich.
http://www.noble-label.net
multipara

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