“We are sorry to say that the anomalous activities in Belbury have continued.” So der erste Satz im Booklet des Albums von Martin Jenkins aus Kent, einer neuen Episode aus dem Ghost-Box-Universum, wo sich alles um den spukigen, imaginären englischen Ort Belbury dreht. Ohne die neue Geschichte zu verraten: wie immer bei Ghost Box kommt die CD mit tollem, suggestivem Artwork von Julian House (The Focus Group) und einem langen Begleittext, der das neueste hauntologische Abenteuer schildert und passenderweise verfasst wurde von Mark Fisher, der ja einer der größten neueren englischen Musiktheoretiker ist und das Konzept Hauntology eigentlich erfunden hat. Und über allem hält Labelmacher Jim Jupp (Belbury Poly) seine Hände. Absolut entzückend, wie detailverliebt diese Herren ihren selbsterdachten Märchenmythos weitertreiben, allein das macht einen großen Teil der Anziehungskraft jeder neuen Veröffentlichung aus. Und die Musik? Tatsächlich ein neuer Impuls, zumindest für Ghost Box: Pye Corner Audio ist eher Freund von prä-digitaler Mutantendisco und John Carpenter, die üblichen Ghost-Box-Bezüge aufs englische Kulturarchiv der 50er-70er Jahre werden von ausgeleiertem, grimmigem Proto-Techno verscheucht. Now leaving: Nostalgia, next stop: Dystopia.
http://www.ghostbox.co.uk
MD

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