Redshape hat einfach zu viele Facetten in seinem nur scheinbar immer wiedererkennbaren Sound, so dass ein Album zwischen all den vielen EPs einfach immer noch mehr Überraschungen bietet, als man sich zunächst denken würde. Vom Opener und seinem flatternden detroitigen Swing in röhrendem Sound, der sich in fast überwältigendem Pathos auflöst, über das oldschoolige “In The Rain”, das natürlich wieder “I Can’t Stand The Rain” unter die Lupe nimmt und eine Art verknufftes “Voodoo Ray” draus macht, das mit Ravebasslines überfüttert wurde, dem klappernd chicagohaften Hymnensound von “Atlantic”, der über Umwege dann doch in einer Drexciya-Euphorie ufert, wird bei “Orange Cloud” erst mal auf einen Kaffee pausiert, um neue Luft zu schnappen. Dann entführt uns das Album in die galaktisch entkernte Disco, rockt mit einem puren holzig knatternden Ravemythos der Downtempo-Zerrissenheit auf “Paper” wieder hoch und zeigt mit “Landing” die Sicht von einem weiteren Plateaux. Was eigentlich, wenn ich die Tracks nicht mal in der richtigen Reihenfolge höre und mir nur einbilde, das Album sei so konstruiert? Müsste ich mich dann rausreden mit: Hier passt alles zu allem, weil alles so einzigartig, aber doch eingebunden ist? Und wollte ich nicht eh vorweg mal fordern, dass es wieder Zeiten geben müsste, in denen so ein Album als 5-fach Vinyl mit extended Versions rauskommt, die alle den Sound der Tracks auf weit über 10 Minuten genießen und bis in die letzten Winkel durchloten, auch wenn es gerade die kompakte Konstruktion der Tracks hier ist, das eben nicht so gejammte, das für mich die Essenz des Album ausmacht? Und dann fehlt hier auch noch der Vergleich mit frühen Aphex-Twin-Platten, der auf die Bandbreite der Sounds anspielt, die völlig eigenständige Sprache von Musik, die Redshape mittlerweile entwickelt, deren Ansätze aber nie formelhaft wirken. Und vermutlich, ach was, bestimmt fehlen noch viel mehr Aspekte, die einem klar machen, was für ein unsagbar gutes Album “Square” geworden ist, womit ich nicht die Summe der Tracks meine, z.B. deren Quersumme, sondern schlichtweg die Tatsache, dass Redshape-Tracks immer wieder wie neu klingen..
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bleed

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