Arbeitslosigkeit macht dark? Auch wenn man ein gefeierter und dazu noch geschätzter Raveact und gleichzeitig ein an die Spitze technologischer Innovationen hochgelobter Avantgardetechnoproducer ist? Hawtins Antwort ist ja. Die Amis haben ihn schließlich nicht mehr arbeiten lassen wollen, ihn aus seinem Territorium verdrängt, und das, eine Erfahrung die schon viele Nationen vor ihm gemacht haben, schmerzt besonders. Auf dem Info zu der überraschend schnell auf Consumed folgenden Artifakts LP, die das Bindeglied zwischen Consumed und der zweiten Plastikman LP, Musik, ist, dazwischen entstanden, aus dem Willen heraus, ein ganz anderes Album zu machen, das nicht mehr möglich war, wegen erwähntem Arbeitsverbot, (steht so im von Hawtin selbstverfaßten Info), steht nichts von der zu dieser Zeit erhöhten Steuer für in Deutschland auftretende Ausländer, die Leute wie Michael Jackson auf die Palme gebracht hat, nein, die Heimat, jedenfalls Wahlheimat, sollte ihm verweigert werden, und das schmerzt. So können die Tracks auf Artifakts diesen Bruch auch nicht füllen, sondern markieren ihn einfach. Darke tragische Stücke wie auf Consumed und eher düstere, sich in Effekten suhlende Stücke wie auf Musik außen und in der Mitte ein paar Tracks, die die Experimentierfreudigkeit, die wohl das hätte erfüllen können, was Klinik hätte heißen sollen, und nun die für immer nicht gemachte dritte Plastikman LP bleibt, und den man ganz schön vom Weg abgebracht hat. Es läuft eben nicht immer alles, wie man sich das denkt. Nicht ganz der Rückgriff auf die verlorene Zeit, aber dennoch um längen besser als das Düsterspätwerk Consumed.

bleed

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