Seit “Matthew And Toby”, ihrer Kollabo-12″ mit Four Tet, sind die Brüder Tom und Ben Page mindestens Anhängern von Text Records ein Begriff. Das Release bot Neuland auf beiden Seiten – im Fall Kieran Hebden einen Ausflug in die Welt der computerlosen Live-Produktion, die auf zeitintensives Sample-Stutzen verzichtet; für das Geschwister-Duo war es ein fokussierter Schritt in Richtung Tanzflur, ohne dabei ihre noisy krautigen Synth-Arien aus dem Blick zu verlieren. Der zweite Longplayer “MeYouWeYou” schließt genau dort an und ist noch ein Stück fokussierter. Mit vier bis sieben Minuten pro Stück fallen endlose Improvisations-Fahrten hinten rüber, dafür werden ziemlich gerade Ideen verfolgt: Drums und Synthies – die einzige Besetzung auf der LP – konzentrieren sich je Track auf ein zentrales Thema, das irgendwo zwischen Detroit, Afrika und London stattfindet. Die Vermählung von Club-Drive und experimentell jazzigem Live-Setting funktioniert ein paar Stücke lang prächtig, kann sich aber auf Dauer nicht so richtig entscheiden, ob es nun nach Hause oder doch noch mal zurück auf den Tanzflur gehen soll. Und ein bisschen schleierhaft bleibt auch, warum die großartige zweite Four-Tet-Kollabo “Roseland” kurz vor dem Release schon als 12″ verpufft wurde. Wäre vielleicht der größte Track auf der LP geworden.
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wzl

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