Spätestens nach dem querschlagenden Imperial-March-Loopfeuer am Ende der letzten Bangs&Works-Compilation war klar, dass es nur noch eine Frage der Zeit sein konnte, bis RP Boo und sein originärer Beitrag zu Juke auf Albumlänge gewürdigt wird. Kavain Space ist schon lange dabei, und die nervös pulsierenden Subbässe und rhythmischen Synkopen samt verwirrender Sample-Setzungen seiner Tracks, seit jeher auf dem Roland R-70 produziert, bilden auch heute noch ein einzigartiges Grundmotiv der Footwork-Ästhetik. Seine Musik atmet aber in den Rap-Samples auch noch den Geist von HipHop als Spiegel der prekären schwarzer Existenz, der jeden Moment der Boden unter den Füßen weggezogen werden kann: Godzilla, Flash und Psycho-Party als flüchtige Traumfetzen, unter deren Deckel seit jeher Dschungel- und Wüstenkrieg, Mord und Totschlag, Alien Conspiracies und Broken Homes köcheln. Zerrissene Zeit, die sich nur noch durch Tanz zusammhalten lässt, Ragtime zum Hundertsten.
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multipara

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