haswell

Der uferlose Strom gekräuselter Klänge, die Yasunao Tone seinem MP3-Codec-Hacking vor zwei Wintern auf den “MP3-Deviations” abgewann, findet hier seine Fortsetzung in einer Zusammenarbeit mit Russell Haswell. Die umgekehrte Trackreihenfolge (Track 1 folgt Track 2) spiegelt gewissermaßen den Klangschöpfungsprozess: Tone, Pionier des Medien-Tweakens, unterzieht hier Ausgangsmaterial seines jungen Kollegen seiner Methode. Die erweist sich als so wirkmächtig, dass Haswells Beitrag sich allenfalls in einem etwas kompakteren, vielleicht elektrischeren Sound niederschlägt, so zumindest der Eindruck beim direkten Vergleich. Egal. Entscheidend ist: Die Vorstellung, die hyperkoplexen Muskelkontraktionsmuster von Stanislaw Lems Solaris-Meer im Knopfformat eines Shuffle-Players vor sich zu haben, lässt sich hiermit nochmal eine Dreiviertelstunde länger genießen, die an hypotisierender, euphorisierender Ohrenkraul-Qualität kein Quäntchen nachlässt. Mehr ist eben mehr, wie ja schon David Tudor wusste.
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multipara

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