Stellen wir uns vor, Wolfgang Voigt hätte sein Gas/Blei-Projekt mit Video als Grundlage gemacht – und fokussierter/verdichteter gearbeitet: Dann hätten so etwas wie diese sechs exzellenten Stücke dieser Debut-DVD herauskommen können. Der Sydneyer Scott Morrison, schon seit einigen Jahren auch international mit seinen Installationen unterwegs, erzeugt aus einfachen Naturaufnahmen (winddurchpflügte Wiesen, Regen im Dunkeln,…) durch Überblendung und Spiegelung, durch flackernde Schnitte (incl. Brakhage-Widmung) und schmalbandigen Fokus (incl. Bokeh-Effekte) in sich oder durch Verschiebungen bewegte dreidimensionale Texturen und Muster, die sich auf angenehme Art sehr viel Zeit lassen. Seriell-geometrisch-grafische Meditationen (keine Balladen!) in fast unmerklich weich atmenden Bögen, die in der Klarheit ihres Spiels mit der Naturabstraktion ruhen: Ein stark umgesetztes Konzept. Die Musik? Einfach der durch Drones erweiterte diegetische Sound, der notfalls auch ohne die Bilder auskommen könnte, aber erst mit ihnen wahre Kraft entwickelt. Entrückend.
http://www.room40.org
multipara

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