Die Musik Semuins befindet sich auf den ersten Blick auf einem schmalen Grat zwischen atmosphärischem Ambient-Gesäusel und beliebigem Geklimper. Doch auf den zweiten verführen die ständig durch angedeutete Beateinwürfe infrage gestellte Periodizität, das metallische Geklapper oder die gefühlten eintausend anderen Klangereignisse zu einer Expedition in die Tiefen der eigenen Hörgewohnheiten. Der Berliner Jochen Briesen präsentiert hier mit den dichten Songs aus unzähligen Fieldrecordings und Samples eine Musik zwischen der strukturellen Kälte von Musique Concrète und den verträumten Melodien von Broken Social Scene. Neben der oft vordergründigen Akustikgitarre, hinter der sich überall eine Dissonanz oder ein digitales Sirren verstecken kann, findet das Album mit dem letzten Stück “Stem (II)” einen genauso unrepräsentativen wie laut und verstörenden Abschluss, bei dem sogar Freunde des gepflegten Noise auf ihre Kosten kommen können.
Phire
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